Donnerstag, 31. März 2016
Und die Hygiene?
In allen Waschräumen/Toiletten (in Restaurants etc.) hängt hier ein Schild mit der Aufschrift "Employees must wash hands" (Beschäftigte müssen ihre Hände waschen), manchmal ergänzt um "by law" oder "before returning to work". Hoffentlich werde ich hier nie vom Chef persönlich bedient! ;-)))
Die (im Zweifelsfall dann doch nicht soooo) Vereinten Nationen (aber immerhin)
| Was | United Nations Headquarter |
| Wann | Dienstag, 29. März 2016, ca. 11:30-15 Uhr |
| Wo | Am East River, zwischen der 42sten und 48sten Straße |
| Typ | Sehenswürdigkeit |
| Kommentar | Wir begeben uns auf gut Glück zum Hauptsitz der Vereinten Nationen - auf der Website sind alle Führungen so gut wie ausgebucht, und die, die noch nicht ausgebucht sind, haben immer nur noch einen Platz frei. Ich kann mir aber eigentlich nicht denken, dass sie jemanden abweisen würden: die Vereinten Nationen haben doch ein Anliegen, das sie so vielen wie möglich nahebringen müssen, denn letztlich lebt die Idee vom guten Willen aller. Wie sprach Dag Hammarskjöld? "Alles wird gut sein, wenn die Menschen sich die Vereinten Nationen nicht mehr als ein komisches abstraktes Bild von Picasso vorstellen, sondern sie als eine Zeichnung begreifen, die sie selbst gemacht haben" (freie Übersetzung von mir). Wie immer muss man erstmal durch verschiedene Schlangen: die Schlange draußen vor dem Besucher Check-in auf der gegenüberliegenden Straßenseite (zum Glück in der Sonne bei knatschblauem Himmel, auch wenn die Luft nicht sehr warm ist), dann im Besucher Check-in, dann beim Sicherheitscheck - aber danach kann man sich überraschend frei bewegen: auf dem Vorplatz mit freiem Blick über den East River, aber auch im Konferenzzentrum. Das Hochhaus, in dem der Generalsekretär sitzt (wenn er denn mal da ist - gestern war er in Tunesien) und vermutlich noch viele hundert andere, ist nicht zugänglich. Ich erkundige mich erst einmal nach einer Führung: die nächste ist um halb zwei, da haben wir haben wir anderthalb Stunden Zeit, uns umzusehen und die säglichen bis unsäglichen Geschenke der verschiedenen Länder zu betrachten, und die Architektur, und die Teppiche mit den Bildnissen der bisherigen Generalsekretäre (jeweils Geschenke des Iran), und die Ausstellung über verschiedene UN-Projekte in der Welt ... Die Führung macht "a person surnamed Zhang", offenbar eine junge Chinesin, die im blauen Hosenanzug mit UN-Logo, hellblauer Bluse und mit UNICEF-Anstecker das tägliche Guide-Briefing professionell aufgenommen hat und uns jede Menge Zahlen und Fakten präsentiert. Wir besuchen die verschiedenen Sitzungssäle (Geschenke von Norwegen {Sicherheitsrat}, Schweden und Dänemark), sprechen über die Menschenrechte, die Millenium-Ziele und die Erfolge bei der Erreichung (gar nicht schlecht, bei dem ganzen Elend in der Welt kann das leicht in Vergessenheit geraten, dabei sind die Zahlen beeindruckend!), die (neuen) Sustainable Development Goals, die es seit 2015 gibt und die die Millenium-Ziele fortschreiben und erweitern, dann auch über die friedenssichernden Aktivitäten und die globale Entwaffnung (noch auf keinem guten Stand, leider: "the world is over-armed and peace is underfunded", sprach Ban Ki-Mun). Es gibt sehr ausgewählte Ausstellungsstücke zum Thema Landminen und Zerstörung durch Kernwaffen. Zum Schluss können wir noch den großen Saal für die UN-Vollversammlung betreten, dürfen aber nicht zu lange bleiben, weil gerade da ganz hinten unten (aus unserer Sicht von der Besuchergalerie - es ist natürlich ganz vorne) Delegierte den Saal betreten. Bei aller möglichen Kritik daran, wie bürokratisch und zahnlos die UN-Organisation sein mag - mir scheint es als das Beste, was wir machen können. Ich sehe jedenfalls keine Alternative. |
| Glanzlicht | Ja |
| Links | http://visit.un.org |
Auf der dunklen Seite der (Küchen-)Macht
| Was | Perry St |
| Wann | Dienstag, 29. März 2016, ca. 19:30-22 Uhr |
| Wo | 176 Perry Street, West Village |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Jean-Georges Vongerichten hat ein ganzes Restaurant-Imperium - ich erinnere mich an Three on the Bund in Shanghai. In Perry Street kocht sein Sohn Cedric, aber es ist genau so finster. Das Essen war schon sehr gut, aber es ist und bleibt einfach zu dunkel, so war es in Shanghai auch schon. Ich habe mir die einzelnen Gänge aus dem "Taste of Perry Street"-Menü jeweils erst einmal mit der Smartphone-Lampe angesehen. Sowas Blödes! Da gibt sich die Küche große Mühe, etwas sehr Leckeres auch sehr ansehnlich anzurichten, und da muss man froh sein, dass genügend Restlicht vorhanden ist, damit man mit der Gabel nicht auf dem Teller herumstochern muss: wo das Essen liegt, kann man schon noch erkennen. Es gab Thunfischtartar, Spargel, Hummer, Ente und ein Schokoladendessert (auch sehr üppig, ouf!) mit kristallisierten Veilchenblüten. Die allein kosten jedenfalls in Frankreich schon ein halbes Vermögen (man weiß zwar nicht warum, aber so ist es). Seeehr lecker, also fürs Essen auf jeden Fall hingehen! |
| Glanzlicht | Ja, aber ein sehr dunkles |
| Links | https://www.zagat.com/r/perry-st-new-york http://www.perrystrestaurant.com |
Dienstag, 29. März 2016
Erdbeerfelder
| Was | Strawberry Fields |
| Wann | Dienstag, 29. März 2016, ca. 17:30-17:45 Uhr |
| Wo | Im Central Park, an der Westseite, auf Höhe der 72sten Straße |
| Typ | Sehenswürdigkeit |
| Kommentar | Zum Andenken an John Lennon, der einem Attentat zum Opfer fiel, gestaltete Yoko Ono im Central Park einen Bereich, dessen inhaltlichen Mittelpunkt ein rundes, schwarz-weißes Mosaik nach griechisch-römischem Vorbild bildet. Es wurde von der Stadt Neapel gestiftet, und in der Mitte steht Imagine - welches bei allen möglichen Bedenken, die man dazu haben kann, doch sicher als ein Friedenslied betrachtet werden kann. Insofern ist das ein wunderbar passender Abschluss für den Tag heute. Natürlich herrscht großer Andrang vor Ort; das besagte Mosaik befindet sich klugerweise an einer relativ großen Fläche, von der drei Wege abgehen und die von reichlich Parkbänken umstanden ist. Auf dem Mosaik liegen bunte Blüten, so dass die ungezählten Selfies mit dem in eine bessere Welt einladenden Titel gleich etwas farbenfroh aussehen. Sehr praktisch! Zwar ist es eigentlich zu kalt, um dort zu sitzen, aber ein Aficionado, der für einen Alt-68er allerdings zu jung war, lässt sich nicht davon abhalten, an diesem Ort eine Auswahl der schönsten Lennon-Songs zum Besten zu geben. Unplugged (was heutzutage auch für Musiker in Parks keineswegs mehr selbstverständlich ist), Gesang mit Gitarre. Und handgemaltem Imagine-Plakat mit Friedenszeichen und der Bitte um Finanzierung ... ;-)). Es sei ihm gegönnt! |
| Glanzlicht | Ja |
| Links | https://de.m.wikipedia.org/wiki/Strawberry_Fields http://www.centralparknyc.org/things-to-see-and-do/attractions/strawberry-fields.html http://youtu.be/wrd6IzNdBAU |
Happy Easter!
| Was | Easter Parade |
| Wann | Ostersonntag, 27. März 2016, ca. 11-15 Uhr |
| Wo | 5th Avenue, zwischen der 57sten und 49sten Straße |
| Typ | Event |
| Kommentar | Damit da keine Missverständnisse auftreten - die Parade zum St. Patrick's Day war viel mehr Parade im militärischen Sinn, als ich es erwartet hatte, dafür hat die Easter Parade mit Parade so viel zu tun wie ein Kampfgetümmel mit einer Schlachtaufstellung. Eigentlich ist es nur Getümmel: alle sind auf (Foto-)Safari, denn die Devise ist fotografieren und fotografiert werden. Die allermeisten Leute (wie ja leider auch ich) sind ohne Kopfbedeckung erschienen, als schlechten Ersatz kann man sich weiß-rosa Hasenohren zum Aufstecken kaufen. An der Südostecke des Central Park nimmt dementsprechend die Hasendichte zu ... und bald werden die ersten "Easter Bonnets" gesichtet, wie die österlichen Kopfbedeckungen genannt werden. Der offenbar klassische Osterhut ist ein (z.B.) Strohhut, der mit österlichen Dingen dekoriert ist, also frühlingshaften Zweigen und Blumen und Ostereiern, vielleicht auch Häschen. Alternativ tut's aber auch jeder andere Hut, von albern bis hyper-elegant, gerne ein bisschen groß, aus beliebigen Materialien (an einer Ecke gab es auch die Last-minute-do-it-yourself-Aktion, bei der aus Papier und Pappe zum Teil auch recht ansprechende Hutkunstwerke für den einmaligen Gebrauch kreiert wurden). Manchen ist der Hut nicht genug - die tragen gleich ein ganzes Outfit zum Beispiel im Stil der 1920er, viele sehr elegant, mit Handschuhen, Schuhen, Täschchen, Kleid und Mantel - und Smartphone am Ohr, versteht sich. Darauf kann auch beim noch so stilechten Vintage-Look nicht verzichtet werden! Diejenigen, die sich auf ausladende Hüte mit schulterfreiem Kleid kapriziert hatten, brauchten allerdings einiges an Kälte-Toleranz - in der Sonne vor der St. Patrick's Cathedral ging es ja halbwegs mit der Temperatur, aber im Schatten der Hochhäuser war es doch arg frisch. Apropos St. Patrick's: Für den Hauptgottesdienst am Ostersonntag braucht man dort Tickets, die man im Januar hätte bestellen müssen!! (Aber nur für diesen einen, alle anderen konnten offenbar normal besucht werden.) Und ja, wie war das mit dem Motto? Das Normalste von der Welt ist, dass man einen wildfremden Menschen mit Hut mit den Worten anspricht "May I take a photo of you?", woraufhin der angesprochene typischerweise mit einem Lächeln posiert. Das war ja schon so "schlimm", dass die mit den mitteltollen Kopfbedeckungen schon leichte Frustration zu verspüren schienen, da sie nicht so oft aufs Bild gebeten wurden. P.S. Das noch nicht benannte Thema "Easter Bonnets" im NYC Kaleidoskop kann ich vermutlich aus eigenem Fundus bestreiten. ;-))) |
| Glanzlicht | Ja |
| Links | http://gonyc.about.com/cs/holidays/a/easter.htm |
Kaleidoskop NYC: Einladung zu einem kollaborativen Fotoprojekt
Mitstreiter gesucht! Für ein Fotobuch mit dem Titel "Kaleidoskop NYC" (wir können uns auch auf Englisch einigen, wenn gewünscht), suche ich folgendes:
Themen - ich habe schon:
- Miss Liberty - die Freiheitsstatue ist eine echte Ikone, und sie begegnet einem überall in den verschiedensten Situationen
- Die Lieblings-Subway-Station - "unsere" ist hier das American Museum of Natural History, die mit allerhand Tierdarstellungen glänzt (Passenderweise müssen wir beim Warzenschwein aussteigen, dann sind wir genau richtig.)
- Parkbank-Widmungen im Central Park - viele sind ein bisschen langweilig, aber es gibt auch originelle und rührende
- Handgeschriebene Reklame-Aufstelltafeln (die alten blackboards), die vor Restaurants oder Geschäften aufgestellt werden, um Kunden anzulocken - die gibt es mit witzigen Sprüchen (z.B. "Sweat is fat crying" vor einem Fitnessstudio, oder "Sie: Was sind deine Pläne für Ostern? Er: Ich mache es wie Jesus - am Freitag abtauchen und Montag wieder erscheinen" {man merkt schon an beiden Beispielen, dass inhaltliche Korrektheit nicht erforderlich ist}) oder (kalli-)graphisch sehr schön gestaltet
- Das Selfie vor dem erstklassigen Kunstwerk (bitte auf Bilder und Skulpturen in den zahlreichen Museen der Stadt beschränken)
- Man könnte natürlich auch so etwas Triviales wie "Skyline zu jeder Tages- und Nachtzeit" ergänzen ...
Und dann vor allem Bilder zu den einzelnen Themen. Format: quadratisch, in brauchbarer Auflösung, ohne Nutzungseinschränkungen für die private Nutzung. Es braucht insgesamt je 9 Bilder pro Thema.
Möchte jemand mitmachen?
Montag, 28. März 2016
Das Unvermeidliche?
| Was | MoMA, das Museum of Modern Art |
| Wann | Ostermontag, 28. März 2016, ca. 12-17:30 Uhr |
| Wo | 11 West 53rd Street, zwischen Avenue of the Americas und 5th Avenue |
| Typ | Museum |
| Kommentar | Eigentlich scheint mir das gar kein Museum zu sein, sondern vielleicht eher so etwas wie ein Kunstmoloch (auch wenn das ein bisschen zu negativ klingt). Auf jeden Fall ist es eine große Institution, sicher auch ein wichtiger Mitspieler im Kunstmarkt, außerdem auch eine beeindruckend gut geölte Besucherdurchschleusemaschine. Aber auch ein Ort der Inspiration für Künstler und andere, die dort mit den Werken anderer konfrontiert werden. Vermutlich tritt auch die Institution als Mäzen auf, während sie ihrerseits von vielen Gönnern lebt. Kann man bestimmt mehrere Arbeiten drüber schreiben ... ... aber das lasse ich mal. Von der Besucherdurchschleusemaschine war ich allerdings beeindruckt. Heute Vormittag hat es richtig geregnet, also waren es sicher noch ein paar mehr Leute als sonst, die das MoMA für einen passenden, trockenen Ort gehalten haben. Dementsprechend war das Foyer mit Besucherschlangen angefüllt, die sich durch mobile Bandlabyrinthe wälzten. Aber o Wunder! Es hat nicht länger als 15-20 Minuten gedauert, bis wir die Karten hatten, und sicher nur 5 Minuten, bis wir die Garderobe erreichten. Das Gebäude selbst eröffnet immer wieder auch interessante Durch- und Ausblicke, kann aber für meinen Geschmack mit der ganz speziellen architektonischen Qualität der Guggenheim-Schnecke nicht mithalten. Dafür ist das Angebot natürlich von ganz anderem, viel universalerem Kaliber. Es beginnt mit einer Werkschau von Jackson Pollock, dann gibt es in den Abteilungen Painting & Sculpture wirklich alles, was Rang und Namen hat. Picasso, Matisse, Magritte, Miro, Monet, Dali, Degas, Klimt, aber auch Beuys, Uecker, Richter, Polke - wenn man sich Mühe gibt, kann man bestimmt das Alphabet der Namen berühmter Künstler herunterbeten. Die Pelztasse von Meret Oppenheim, Dalis zerfließende Uhren, die typisch-strudeligen Olivenbäume eines van Gogh, verschiedene befremdliche Objekte von Marcel Duchamp - alles da. Mir gefällt die Präsentation "Aus der Sammlung: 1960-1969". Heute ist das zwar alles nicht mehr dazu angetan, jemanden vom Hocker zu reißen, denn wir sind ja alle soooo abgeklärt und haben schon alles gesehen. Interessant ist schon fast eher, wie die damals so frischen und wohl auch nicht für die Ewigkeit produzierten Werke Staub ansetzen, vergilben, altern. Je nachdem kann ich mich darüber wundern, wie alt die Sachen (und ich) aus den Sechzigern sind, oder mich darüber freuen, dass ich mich frischer gehalten habe. ;-)) Und dann erst der psychedelische 1967-Raum, mit Musikerporträts, Plattenhüllen und Covern von Musikzeitschriften! Die Ausstellung Soldier, Spectre, Shaman (also Soldat, Gespenst, Schamane) über den Einfluss des zweiten Weltkriegs auf Künstler und Kunstwerke finde ich recht depressiv, die über den Belgier Marcel Broodthaers (vorher nie gehört) mit vielen Eier- und Muschelschalen eher witzig. Alles kommt aus dem Ei, aus dem großen gelben Dotter, der Sonne heißt - oder so ähnlich. Am Ende gibt es noch die Abteilung mit Zeitgenössischem, aber da ist mein Pensum auch schon ziemlich voll ... |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.moma.org |
Hipster City?!
| Was | Williamsburg |
| Wann | Ostersamstag, 26. März 2016, ca. 13-18:30 Uhr |
| Wo | Brooklyn, rund um die Bedford Street |
| Typ | Stadtviertel |
| Kommentar | Wir fahren zur Delancey/Essex Street und haben es dann nicht weit zur Williamsburg Bridge, der Alternative zur Brooklyn Bridge: Man kann darauf den East River überqueren, es gibt dafür einen Weg für Fußgänger (und Radfahrer, hier sogar auf der eigentlichen Brücke getrennt, nicht aber auf der Zufahrt), und man gelangt von Manhattan nach Brooklyn. Wir folgen dort dem vorgeschlagenen Spaziergang aus einem der Reiseführer, der uns "wie besoffen" kreuz und quer und hin und her durch die Straßen führt, vorbei an allerhand "hippen" Cafés, Restaurants und Läden. Und am City Reliquary Museum (s. separaten Eintrag). Wir sind für alles dankbar, was vier Wände außen und idealerweise eine Heizung innen hat, denn nachdem es am Vormittag noch einigermaßen wohltemperiert war, ist es mittlerweile wieder sehr, sehr kalt - und wir haben, nach dem schweißtreibenden Spaziergang durch den Central Park, die ganz warmen Sachen im Hotel gelassen. Brrrr! Nach dem Museumsbesuch stellen wir uns daher nicht in die Schlange an der örtlichen Milchbar, in der es offenbar ein geniales Eis gibt (jede/r kommt heraus mit einem Mini-Becherchen mit einer Eiskugel), sondern kehren statt dessen ein paar hundert Meter weiter im Roebling Tea Room ein, nachdem wir unterwegs das Barbecue-Lokal mit dem schönen deutschen Namen Fette Sau (sic!) links liegen gelassen haben. Hier hat der Cheeseburger wenigstens Geschmack! - Weiterhin besonders zu erwähnen ist die kleine Schokoladenmanufaktur der Gebrüder Mast - hier wird vor Ort conchiert, und es duftet köstlich. Eine weiß bekittelte junge Dame geht gelegentlich mit einem Tablett herum und bietet Ahorn-Schokolade zur Verkostung an. Wer denkt, dass eine 100g-Tafel für 4 Euro teuer ist, wird eines besseren belehrt. Die 2016er Kollektion (ich glaube, 12 Tafeln à 70g) ist für 88 Dollar zu haben. Alternativ die Milch- oder Dunkel-Auswahl mit je 6 Tafeln für 45 Dollar. Wer nicht so viele Kalorien möchte, kann Schokoladenwürfelchen (ca. 1,2 oder 1,5 Kubikzentimeter) erwerben, 12 Stück für 16 Dollar. Leider ist die ganze Front des Ladens weit geöffnet, so dass zwar die Schokolade nicht schmilzt, aber man sich auch nicht aufwärmen kann. In Toby's Estate, einer lokalen Kaffeerösterei, trinken wir einen Kaffee, vorher und nachher sehen wir uns noch einen Laden mit tibetischen Waren, ein Buchgeschäft, diverse Kram- bzw. Geschenkeläden, einen Innenausstatter an, bevor wir zum Ende des Spaziergangs noch die etwas abgebrochen wirkende Halle aufsuchen, in der sich Künstler und Flöhe, also Artists and Fleas tummeln. Hier gibt es auch noch jede Menge Vintage-Mode (wie auch unterwegs schon auffiel); ich verzichte aber auf den schönen großen Pelzkragen (hätte mir sicher super gestanden, und war auch wettermäßig eigentlich genau das richtige Stück ...) und begnüge mich mit einem großen Schal/Tuch von manuelle scarves. Wärmt zwar nicht sehr, aber ein bisschen - und sieht vor allem gut aus. Und dann gibt's nur noch ein Ziel: Zurück ins Warme! An der oberirdischen Marcy Station auf der Brooklyn-Seite der Williamsburg Bridge brauchen wir zum Glück nicht lange zu warten, und danach sind wir im Untergrund vor allem windgeschützt. Aber das ist zu spät - ich bin schon erkältet. :-S Hatte ich übrigens erwähnt, dass Williamsburg wirklich total hip ist? Es gibt gar keine Hochhäuser, bei vielleicht vier, fünf Stockwerken ist Schluss; die Straßen sind relativ ruhig, an vielen Wänden gibt es richtig gute Graffiti - aber es laufen eben genau die richtigen Leute dort herum. |
| Glanzlicht | |
| Links | https://de.m.wikipedia.org/wiki/Williamsburg_(Brooklyn) |
Sonntag, 27. März 2016
Das Leben kann so süß sein!
| Was | Café Lalo |
| Wann | Ostersamstag, 26. März 2016, ca. 21:15-21:45 Uhr |
| Wo | 201 West, 83rd Street |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Hm. Eigentlich bin ich nicht sehr hungrig, aber auch nicht sehr satt ... und leider ist das indische Restaurant, in dem wir letzte Woche waren und das für eine Kleinigkeit super geeignet wäre, komplett überrannt: es steht voller Schlange. Während ich mich gerade mit dem Gedanken anfreunde, heute aufs Abendessen zu verzichten, kommen wir an einem Etablissement mit hohen Fenstern und gut besetzten Tischen vorbei. Ein Café, das zu dieser Stunde eher eine Art Dessert-Restaurant ist. Hierzulande (wie auch ins China) gibt es sowas, was mir aus Deutschland nicht so geläufig ist. Wir erwischen gerade noch einen guten Moment, um Hineinzuschlüpfen und einen Platz angewiesen zu bekommen - kurz danach steht auch hier eine lange Schlange (vielleicht die aus dem indischen Restaurant, die dort fertig waren und der dortigen Schlange Platz gemacht haben?) ... steht also auch hier eine lange Schlange und versperrt die Sicht auf eine überaus beeindruckende Kuchentheke. Da stehen mindestens 30-40 Kuchen, einer schöner anzusehen als der andere, vor allem nicht so im "Plastik-Look" wie in manch ominöser "Konditorei" hier. Obenauf stehen home-made cookies, die tatsächlich aussehen wie selbstgebacken. (Kann man auch mit einer Kugel Eis unter dem Namen "Krümelmonster" von der Karte bestellen, für Kinder und Junggebliebene, wie es heißt.) Ich nehme einen Apple Crumble Cheesecake - sehr lecker! Zum Espresso gibt es eine Lindor-Kugel als Leckerli. Ob es "das Café, das Europäer gern in Europa hätten" ist - so der eigene Anspruch, wie man auf Karte und Website nachlesen kann -, weiß ich nicht, aber es kam gerade recht! |
| Glanzlicht | |
| Links | https://www.zagat.com/r/cafe-lalo-new-york http://cafelalo.com |
Kram, geadelt
| Was | New York City Reliquary Museum |
| Wann | Ostersamstag, 27. März 2016, ca. 14-14:30 Uhr |
| Wo | 370 Metropolitan Avenue (in Williamsburg) |
| Typ | Museum |
| Kommentar | Der kleine Geheimtipp - in einem Drei-Zimmer-keine-Küche-Mini-Bad haben irgendwelche ansonsten unbeschäftigten Geister allerhand Sachen untergestellt, die sie vom Müll oder Sperrmüll gerettet und die irgendwas mit New York zu tun haben (aus allen fünf Boroughs, wie uns extra am Eingang erklärt wird!!). Es gibt eine Sammlung von Marienfiguren, eine Kommode mit Kram von der Weltausstellung 1964/65, Basketballtrophäen, einen alten Kiosk aus Chinatown, Bohrkerne und geologische Fundstücke vom Bau der New Yorker U-Bahn ... und ... und ... und. Auch eine alte, vergilbte Torte aus Polystyrol und Baiser, die lange Zeit ein Konditorenfenster geschmückt hat, mit kleiner Meerjungfrau drauf. Im Hof gibt's auch noch Sachen: einen Liberty-"Altar", ein Liberty-Graffiti, einen mit Kronkorken "gepanzerten" Kiosk und ähnlich Bedeutendes. Weil damit der Platz insgesamt noch nicht genug genutzt ist, gibt es im hinteren der drei Zimmer eine Ausstellung namens Visionary Streetscapes mit Werken von autistischen Künstlern. Eben eklektisch, wie der junge Mann mit den sehr blauen Augen am Eingang uns erklärt hatte. |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.cityreliquary.org |
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