| Was | La Mirabelle |
| Wann | Ostersonntag, 27. März 2016, ca. 19:30-21:30 Uhr |
| Wo | 102 West 86ste Straße |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Ein feines französisches Osteressen gab es in der Mirabelle, gar nicht weit von unserem Hotel (5 Blocks nach Norden, und dann gleich auf der anderen Seite der Columbus Avenue). Ich hatte saftige Kroketten aus Krebsfleisch ("crab cakes" - das Gegenteil von dem, was bei Chinesen unter "now you can not only eat, but also enjoy" läuft {das heißt: das kannst du nicht nur essen, sondern auch genießen - und das bedeutet: da sind Knochen oder Schalen oder irgendwas Fummeliges dabei, so dass man nicht einfach hineinbeißen und kauen und schlucken kann}). Ich konnte sie nur essen und dabei total unchinesisch total genießen! Als Hauptgang hatte ich Kabeljau in Champagnersauce bestellt, auch sehr lecker - und ein bisschen leicht. So dass ich glaubte, das Maronendessert (seeehr französisch!) bestellen zu können. Aber das war dann so mächtig, dass ich es wirklich nicht aufessen könnte. Hmmm! Mein "Mitesser" hatte hingegen schon mit dem "Entlein" aus dem Hauptgang schwer gekämpft, Brust und Keule, sehr lecker, mit Mirabellensauce, bestimmt eine Spezialität des Hauses - unbedingt zu empfehlen, vor allem, wenn man recht hungrig ist! Wie man hört, wird hier gelegentlich auch live Edith Piaf ge-covered (s. auch das Video in der Galerie auf der Website des Restaurants) - das Vergnügen hatten wir leider nicht. |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.lamirabellenyc.com |
Sonntag, 3. April 2016
Franzose mit familiärer Atmosphäre
Bio-grün-bunt-direkt-vegan-echt
| Was | Union Square Greenmarket |
| Wann | Freitag, 1. April 2016, ca. 11:30-12 Uhr |
| Wo | Wie der Name schon sagt: auf dem Union Square |
| Typ | Event? Oder Sehenswürdigkeit? |
| Kommentar | Amerikanisches Essen ist ja, laut deutschem Weltbild, üblicherweise "Beinahe-Essen" (= Fast Food, wenn man das a kurz ausspricht). Meine diversen Restaurant-Berichte haben sicher schon deutlich gemacht, dass das keinesfalls das ganze Bild ist, und gerade in New York City gibt es viele Bestrebungen, das Essen direkter, fairer, gesünder, leckerer, kurz besser und aus qualitativ hochwertigen Zutaten zu machen (und seien es die klassischen Fast Food-Gerichte ...!). Dementsprechend gibt es Geschäfte und Märkte, die für das (dann auch entsprechend betuchte) Publikum feine Sachen bereithalten. Wir hatten schon Bekanntschaft mit dem kleinen Sonntagsmarket auf der Columbus Avenue (auf Höhe des American Museum of Natural History) gemacht, den ich gerade auch auf der Website der GrowNYC-Organisation gefunden habe - aber alle Reiseführer behaupten ja, der Markt auf dem Union Square sei der beste. An unserem letzten Tag wollten wir uns davon also noch rasch selbst überzeugen. Ich muss sagen, dass ich enttäuscht war. Das leicht regnerische Wetter mag dazu beigetragen haben ... Jedenfalls waren nicht sehr viele Stände da, die standen etwas locker auf der Fläche verteilt, Kunden gab es auch nicht sehr zahlreich: das machte alles einen etwas verlorenen Eindruck. Und während ich schreibe, fällt mir auf, was mir am meisten gefehlt hat: die ausladenden, farbenfrohen Obst- und Gemüsestände, die oft einen Großteil zum Charme eines Marktes beitragen. Statt dessen gab es gutes Fleisch, auch "Grünzeug", Honig-, Meerrettich-, Ahornsirup-Stände, auch Käse und Brot und Eier und manches andere. Für den Union Square gibt es sogar extra eine eigene Smartphone-App, damit man immer genau auf dem Laufenden ist! Apropos gutes Fleisch: Da war aber doch eine Sache, die ich für einen ganz und gar unglaubwürdigen Werbespruch halte. "Sun-fed pork", also "sonnengefüttertes Schweinefleisch" bzw. Fleisch von sonnengefütterten Schweinen. Ich bin sehr dafür, dass Schweine artgerecht gehalten werden, an freier Luft und mit genügend Wühl- und Suhlmöglichkeiten. Aber auch mit genügend Futter, denn von Sonnenlicht wird doch kein Schwein satt, nicht einmal, wenn man zur sonnendurchfluteten Luft noch reichlich Liebe hinzufügt! ;-)) |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.grownyc.org/greenmarket/ourmarkets |
Huh - gefährlich???!?!?
| Was | Ein kleiner Gang durch einige Ecken der Bronx |
| Wann | Donnerstag, 31. März 2016, ca. 15-17 Uhr |
| Wo | i.W. in Tremont, zwischen Tremont Square, East Fordham Road, und Arthur Avenue |
| Typ | Stadtviertel |
| Kommentar | Leider funktioniert der vorgeschlagene Spaziergang nicht - hrmpf! -, weil man aus dem Zoo, Fordham Road Gate, nicht wie beschrieben in den nördlicheren Teil des großen grünen Bronx Park kommt, in dem sich auch der botanische Garten befindet. Wir gehen also relativ lange an großen Straßen entlang (außer uns verirrt sich natürlich kein Fußgänger hierher), finden dann auch einen Eingang in den botanischen Garten, aber vielleicht ist es auch doch schon zu spät ... also gehen wir noch ein Stückchen an doofen Straßen und finden schließlich die Arthur Avenue. Hier in Tremont an dieser Straße und an den Parallelstraßen hängen schon überall große Schilder "Welcome to Little Italy Bronx", und hier ist es vermutlich deutlich italienischer als in Little Italy Manhattan. Wir kehren erst einmal in einem "Hero Shop" ein, allerdings gibt's da keine Helden zu kaufen, sondern italienisches Essen, die volle Palette. Eggplant Parmigiano, täglich selbst gemachten Mozzarella, Pizza aus dem Ziegelofen, zubereitete Feinkost, Eis - und es muss wohl ein ganz besonderer Laden sein: Für den ge-eisten Cappuccino setze ich mich an ein Tischchen und sehe dann, dass ich vor der Prominenten-Wand sitze: Fotos mit Widmungen diverser Berühmtheiten. Gleich über mir in der untersten Reihe von links nach rechts der letzte Präsident der USA (George W. Bush), der aktuelle (Barack Obama) und der hoffentlich nicht nächste (Donald Trump), alle mit den besten Wünschen für Tino. - Ansonsten gibt es in der Straße viele italienische Restaurants, Lebensmittelgeschäfte, Kramläden (die z.B. superhässliche Pizzateller und Heiligenbilder verkaufen), Bäckereien (hm! das Brot sieht superlecker aus), und am Anfang auch kleine Häuser mit Veranda. Auf einer sitzt sogar ein älterer Herr, der das Treiben auf der Straße betrachtet, gerade so, wie das Klischee vom amerikanischen Rentner in der amerikanischen Kleinstadt suggeriert. Ich frage mich die ganze Zeit, ob gleich heißblütige italienische Cowboys eine Schießerei anfangen oder ein Pate in der gepanzerten Limousine vorfährt - aber alles bleibt ruhig. ;-) Dann müssen wir nur noch die Metro wiederfinden und gehen dazu ein bisschen durch die "ganz normalen" Straßen der Bronx. Da unsere Stadtpläne hierzu nicht viel hergeben, sind wir sehr darauf bedacht, uns an den bekannten Punkten zu orientieren. Aber auch so kann man schon ein paar Unterschiede zu Manhattan ausmachen. Es gibt diese (also nur vermeintlich "chinesischen") Elektroverteilungen: wildes Kabelgewirr von einem Leitungsmast an diverse umliegende Gebäude. Es ist ein bisschen unaufgeräumter als in den meisten Straßen von Manhattan ... aber nicht so furchtbar, wie man vielleicht hätte denken können. Dafür sind viele Häuser schon auch sehr "befestigt", mit vergitterten Fenstern in den unteren Etagen und abschließbaren Türen und Toren auch am unteren Ende der Eingangstreppen. Richtig hohe Häuser sind jedenfalls in dieser Ecke der Bronx nicht zu sein, bei maximal 5-6 Stockwerken ist Ende. Es gibt viele Kirchen, alles christliche Varianten, viele aus dem spanischsprachigen Umfeld. Manche sehen schon ziemlich heruntergekommen aus ... wie auch die Stahl- und Eisenkonstruktion, auf der "unsere" Station (West Farms Square/East Tremont Avenue) der hier oberirdisch verkehrenden Metro (Linien 2 und 5) ruht. Könnte mal einen Anstrich vertragen. An dem ganzen Gewusel hängt auch ein entsprechendes Baustellenauftragsschild, auf dem von einem Anstrich die Rede ist - aber es sieht so aus, als würde es schon jahrelang da hängen. Ob sich also kurzfristig etwas ändern wird, ist fraglich. Übrigens vermute ich, dass die Metrostationen in der Bronx, die eigentlich nicht besonders repräsentativ aussehen, da es recht behelfsmäßig wirkende Konstruktionen aus Metallträgern, Holz und Blech sind, mit Vorbedacht und großem Stolz mit bunten Glasmosaikfenstern ausgestattet wurden. Mir schienen die im Sonnenschein farbenfroh leuchtenden Fenster zu sagen "schau mal, solche zerbrechlichen Kunstwerke haben wir hier - alles gut, du kannst dich auch sicher fühlen". - Und wenn man mehr Zeit hat und in Manhattan "alles" gesehen, kann man bestimmt in der Bronx viel Interessantes entdecken, siehe zum Beispiel unter dem zweiten Link. |
| Glanzlicht | |
| Links | https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bronx http://www.ilovethebronx.com |
Donnerstag, 31. März 2016
Und die Hygiene?
In allen Waschräumen/Toiletten (in Restaurants etc.) hängt hier ein Schild mit der Aufschrift "Employees must wash hands" (Beschäftigte müssen ihre Hände waschen), manchmal ergänzt um "by law" oder "before returning to work". Hoffentlich werde ich hier nie vom Chef persönlich bedient! ;-)))
Die (im Zweifelsfall dann doch nicht soooo) Vereinten Nationen (aber immerhin)
| Was | United Nations Headquarter |
| Wann | Dienstag, 29. März 2016, ca. 11:30-15 Uhr |
| Wo | Am East River, zwischen der 42sten und 48sten Straße |
| Typ | Sehenswürdigkeit |
| Kommentar | Wir begeben uns auf gut Glück zum Hauptsitz der Vereinten Nationen - auf der Website sind alle Führungen so gut wie ausgebucht, und die, die noch nicht ausgebucht sind, haben immer nur noch einen Platz frei. Ich kann mir aber eigentlich nicht denken, dass sie jemanden abweisen würden: die Vereinten Nationen haben doch ein Anliegen, das sie so vielen wie möglich nahebringen müssen, denn letztlich lebt die Idee vom guten Willen aller. Wie sprach Dag Hammarskjöld? "Alles wird gut sein, wenn die Menschen sich die Vereinten Nationen nicht mehr als ein komisches abstraktes Bild von Picasso vorstellen, sondern sie als eine Zeichnung begreifen, die sie selbst gemacht haben" (freie Übersetzung von mir). Wie immer muss man erstmal durch verschiedene Schlangen: die Schlange draußen vor dem Besucher Check-in auf der gegenüberliegenden Straßenseite (zum Glück in der Sonne bei knatschblauem Himmel, auch wenn die Luft nicht sehr warm ist), dann im Besucher Check-in, dann beim Sicherheitscheck - aber danach kann man sich überraschend frei bewegen: auf dem Vorplatz mit freiem Blick über den East River, aber auch im Konferenzzentrum. Das Hochhaus, in dem der Generalsekretär sitzt (wenn er denn mal da ist - gestern war er in Tunesien) und vermutlich noch viele hundert andere, ist nicht zugänglich. Ich erkundige mich erst einmal nach einer Führung: die nächste ist um halb zwei, da haben wir haben wir anderthalb Stunden Zeit, uns umzusehen und die säglichen bis unsäglichen Geschenke der verschiedenen Länder zu betrachten, und die Architektur, und die Teppiche mit den Bildnissen der bisherigen Generalsekretäre (jeweils Geschenke des Iran), und die Ausstellung über verschiedene UN-Projekte in der Welt ... Die Führung macht "a person surnamed Zhang", offenbar eine junge Chinesin, die im blauen Hosenanzug mit UN-Logo, hellblauer Bluse und mit UNICEF-Anstecker das tägliche Guide-Briefing professionell aufgenommen hat und uns jede Menge Zahlen und Fakten präsentiert. Wir besuchen die verschiedenen Sitzungssäle (Geschenke von Norwegen {Sicherheitsrat}, Schweden und Dänemark), sprechen über die Menschenrechte, die Millenium-Ziele und die Erfolge bei der Erreichung (gar nicht schlecht, bei dem ganzen Elend in der Welt kann das leicht in Vergessenheit geraten, dabei sind die Zahlen beeindruckend!), die (neuen) Sustainable Development Goals, die es seit 2015 gibt und die die Millenium-Ziele fortschreiben und erweitern, dann auch über die friedenssichernden Aktivitäten und die globale Entwaffnung (noch auf keinem guten Stand, leider: "the world is over-armed and peace is underfunded", sprach Ban Ki-Mun). Es gibt sehr ausgewählte Ausstellungsstücke zum Thema Landminen und Zerstörung durch Kernwaffen. Zum Schluss können wir noch den großen Saal für die UN-Vollversammlung betreten, dürfen aber nicht zu lange bleiben, weil gerade da ganz hinten unten (aus unserer Sicht von der Besuchergalerie - es ist natürlich ganz vorne) Delegierte den Saal betreten. Bei aller möglichen Kritik daran, wie bürokratisch und zahnlos die UN-Organisation sein mag - mir scheint es als das Beste, was wir machen können. Ich sehe jedenfalls keine Alternative. |
| Glanzlicht | Ja |
| Links | http://visit.un.org |
Auf der dunklen Seite der (Küchen-)Macht
| Was | Perry St |
| Wann | Dienstag, 29. März 2016, ca. 19:30-22 Uhr |
| Wo | 176 Perry Street, West Village |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Jean-Georges Vongerichten hat ein ganzes Restaurant-Imperium - ich erinnere mich an Three on the Bund in Shanghai. In Perry Street kocht sein Sohn Cedric, aber es ist genau so finster. Das Essen war schon sehr gut, aber es ist und bleibt einfach zu dunkel, so war es in Shanghai auch schon. Ich habe mir die einzelnen Gänge aus dem "Taste of Perry Street"-Menü jeweils erst einmal mit der Smartphone-Lampe angesehen. Sowas Blödes! Da gibt sich die Küche große Mühe, etwas sehr Leckeres auch sehr ansehnlich anzurichten, und da muss man froh sein, dass genügend Restlicht vorhanden ist, damit man mit der Gabel nicht auf dem Teller herumstochern muss: wo das Essen liegt, kann man schon noch erkennen. Es gab Thunfischtartar, Spargel, Hummer, Ente und ein Schokoladendessert (auch sehr üppig, ouf!) mit kristallisierten Veilchenblüten. Die allein kosten jedenfalls in Frankreich schon ein halbes Vermögen (man weiß zwar nicht warum, aber so ist es). Seeehr lecker, also fürs Essen auf jeden Fall hingehen! |
| Glanzlicht | Ja, aber ein sehr dunkles |
| Links | https://www.zagat.com/r/perry-st-new-york http://www.perrystrestaurant.com |
Dienstag, 29. März 2016
Erdbeerfelder
| Was | Strawberry Fields |
| Wann | Dienstag, 29. März 2016, ca. 17:30-17:45 Uhr |
| Wo | Im Central Park, an der Westseite, auf Höhe der 72sten Straße |
| Typ | Sehenswürdigkeit |
| Kommentar | Zum Andenken an John Lennon, der einem Attentat zum Opfer fiel, gestaltete Yoko Ono im Central Park einen Bereich, dessen inhaltlichen Mittelpunkt ein rundes, schwarz-weißes Mosaik nach griechisch-römischem Vorbild bildet. Es wurde von der Stadt Neapel gestiftet, und in der Mitte steht Imagine - welches bei allen möglichen Bedenken, die man dazu haben kann, doch sicher als ein Friedenslied betrachtet werden kann. Insofern ist das ein wunderbar passender Abschluss für den Tag heute. Natürlich herrscht großer Andrang vor Ort; das besagte Mosaik befindet sich klugerweise an einer relativ großen Fläche, von der drei Wege abgehen und die von reichlich Parkbänken umstanden ist. Auf dem Mosaik liegen bunte Blüten, so dass die ungezählten Selfies mit dem in eine bessere Welt einladenden Titel gleich etwas farbenfroh aussehen. Sehr praktisch! Zwar ist es eigentlich zu kalt, um dort zu sitzen, aber ein Aficionado, der für einen Alt-68er allerdings zu jung war, lässt sich nicht davon abhalten, an diesem Ort eine Auswahl der schönsten Lennon-Songs zum Besten zu geben. Unplugged (was heutzutage auch für Musiker in Parks keineswegs mehr selbstverständlich ist), Gesang mit Gitarre. Und handgemaltem Imagine-Plakat mit Friedenszeichen und der Bitte um Finanzierung ... ;-)). Es sei ihm gegönnt! |
| Glanzlicht | Ja |
| Links | https://de.m.wikipedia.org/wiki/Strawberry_Fields http://www.centralparknyc.org/things-to-see-and-do/attractions/strawberry-fields.html http://youtu.be/wrd6IzNdBAU |
Happy Easter!
| Was | Easter Parade |
| Wann | Ostersonntag, 27. März 2016, ca. 11-15 Uhr |
| Wo | 5th Avenue, zwischen der 57sten und 49sten Straße |
| Typ | Event |
| Kommentar | Damit da keine Missverständnisse auftreten - die Parade zum St. Patrick's Day war viel mehr Parade im militärischen Sinn, als ich es erwartet hatte, dafür hat die Easter Parade mit Parade so viel zu tun wie ein Kampfgetümmel mit einer Schlachtaufstellung. Eigentlich ist es nur Getümmel: alle sind auf (Foto-)Safari, denn die Devise ist fotografieren und fotografiert werden. Die allermeisten Leute (wie ja leider auch ich) sind ohne Kopfbedeckung erschienen, als schlechten Ersatz kann man sich weiß-rosa Hasenohren zum Aufstecken kaufen. An der Südostecke des Central Park nimmt dementsprechend die Hasendichte zu ... und bald werden die ersten "Easter Bonnets" gesichtet, wie die österlichen Kopfbedeckungen genannt werden. Der offenbar klassische Osterhut ist ein (z.B.) Strohhut, der mit österlichen Dingen dekoriert ist, also frühlingshaften Zweigen und Blumen und Ostereiern, vielleicht auch Häschen. Alternativ tut's aber auch jeder andere Hut, von albern bis hyper-elegant, gerne ein bisschen groß, aus beliebigen Materialien (an einer Ecke gab es auch die Last-minute-do-it-yourself-Aktion, bei der aus Papier und Pappe zum Teil auch recht ansprechende Hutkunstwerke für den einmaligen Gebrauch kreiert wurden). Manchen ist der Hut nicht genug - die tragen gleich ein ganzes Outfit zum Beispiel im Stil der 1920er, viele sehr elegant, mit Handschuhen, Schuhen, Täschchen, Kleid und Mantel - und Smartphone am Ohr, versteht sich. Darauf kann auch beim noch so stilechten Vintage-Look nicht verzichtet werden! Diejenigen, die sich auf ausladende Hüte mit schulterfreiem Kleid kapriziert hatten, brauchten allerdings einiges an Kälte-Toleranz - in der Sonne vor der St. Patrick's Cathedral ging es ja halbwegs mit der Temperatur, aber im Schatten der Hochhäuser war es doch arg frisch. Apropos St. Patrick's: Für den Hauptgottesdienst am Ostersonntag braucht man dort Tickets, die man im Januar hätte bestellen müssen!! (Aber nur für diesen einen, alle anderen konnten offenbar normal besucht werden.) Und ja, wie war das mit dem Motto? Das Normalste von der Welt ist, dass man einen wildfremden Menschen mit Hut mit den Worten anspricht "May I take a photo of you?", woraufhin der angesprochene typischerweise mit einem Lächeln posiert. Das war ja schon so "schlimm", dass die mit den mitteltollen Kopfbedeckungen schon leichte Frustration zu verspüren schienen, da sie nicht so oft aufs Bild gebeten wurden. P.S. Das noch nicht benannte Thema "Easter Bonnets" im NYC Kaleidoskop kann ich vermutlich aus eigenem Fundus bestreiten. ;-))) |
| Glanzlicht | Ja |
| Links | http://gonyc.about.com/cs/holidays/a/easter.htm |
Kaleidoskop NYC: Einladung zu einem kollaborativen Fotoprojekt
Mitstreiter gesucht! Für ein Fotobuch mit dem Titel "Kaleidoskop NYC" (wir können uns auch auf Englisch einigen, wenn gewünscht), suche ich folgendes:
Themen - ich habe schon:
- Miss Liberty - die Freiheitsstatue ist eine echte Ikone, und sie begegnet einem überall in den verschiedensten Situationen
- Die Lieblings-Subway-Station - "unsere" ist hier das American Museum of Natural History, die mit allerhand Tierdarstellungen glänzt (Passenderweise müssen wir beim Warzenschwein aussteigen, dann sind wir genau richtig.)
- Parkbank-Widmungen im Central Park - viele sind ein bisschen langweilig, aber es gibt auch originelle und rührende
- Handgeschriebene Reklame-Aufstelltafeln (die alten blackboards), die vor Restaurants oder Geschäften aufgestellt werden, um Kunden anzulocken - die gibt es mit witzigen Sprüchen (z.B. "Sweat is fat crying" vor einem Fitnessstudio, oder "Sie: Was sind deine Pläne für Ostern? Er: Ich mache es wie Jesus - am Freitag abtauchen und Montag wieder erscheinen" {man merkt schon an beiden Beispielen, dass inhaltliche Korrektheit nicht erforderlich ist}) oder (kalli-)graphisch sehr schön gestaltet
- Das Selfie vor dem erstklassigen Kunstwerk (bitte auf Bilder und Skulpturen in den zahlreichen Museen der Stadt beschränken)
- Man könnte natürlich auch so etwas Triviales wie "Skyline zu jeder Tages- und Nachtzeit" ergänzen ...
Und dann vor allem Bilder zu den einzelnen Themen. Format: quadratisch, in brauchbarer Auflösung, ohne Nutzungseinschränkungen für die private Nutzung. Es braucht insgesamt je 9 Bilder pro Thema.
Möchte jemand mitmachen?
Montag, 28. März 2016
Das Unvermeidliche?
| Was | MoMA, das Museum of Modern Art |
| Wann | Ostermontag, 28. März 2016, ca. 12-17:30 Uhr |
| Wo | 11 West 53rd Street, zwischen Avenue of the Americas und 5th Avenue |
| Typ | Museum |
| Kommentar | Eigentlich scheint mir das gar kein Museum zu sein, sondern vielleicht eher so etwas wie ein Kunstmoloch (auch wenn das ein bisschen zu negativ klingt). Auf jeden Fall ist es eine große Institution, sicher auch ein wichtiger Mitspieler im Kunstmarkt, außerdem auch eine beeindruckend gut geölte Besucherdurchschleusemaschine. Aber auch ein Ort der Inspiration für Künstler und andere, die dort mit den Werken anderer konfrontiert werden. Vermutlich tritt auch die Institution als Mäzen auf, während sie ihrerseits von vielen Gönnern lebt. Kann man bestimmt mehrere Arbeiten drüber schreiben ... ... aber das lasse ich mal. Von der Besucherdurchschleusemaschine war ich allerdings beeindruckt. Heute Vormittag hat es richtig geregnet, also waren es sicher noch ein paar mehr Leute als sonst, die das MoMA für einen passenden, trockenen Ort gehalten haben. Dementsprechend war das Foyer mit Besucherschlangen angefüllt, die sich durch mobile Bandlabyrinthe wälzten. Aber o Wunder! Es hat nicht länger als 15-20 Minuten gedauert, bis wir die Karten hatten, und sicher nur 5 Minuten, bis wir die Garderobe erreichten. Das Gebäude selbst eröffnet immer wieder auch interessante Durch- und Ausblicke, kann aber für meinen Geschmack mit der ganz speziellen architektonischen Qualität der Guggenheim-Schnecke nicht mithalten. Dafür ist das Angebot natürlich von ganz anderem, viel universalerem Kaliber. Es beginnt mit einer Werkschau von Jackson Pollock, dann gibt es in den Abteilungen Painting & Sculpture wirklich alles, was Rang und Namen hat. Picasso, Matisse, Magritte, Miro, Monet, Dali, Degas, Klimt, aber auch Beuys, Uecker, Richter, Polke - wenn man sich Mühe gibt, kann man bestimmt das Alphabet der Namen berühmter Künstler herunterbeten. Die Pelztasse von Meret Oppenheim, Dalis zerfließende Uhren, die typisch-strudeligen Olivenbäume eines van Gogh, verschiedene befremdliche Objekte von Marcel Duchamp - alles da. Mir gefällt die Präsentation "Aus der Sammlung: 1960-1969". Heute ist das zwar alles nicht mehr dazu angetan, jemanden vom Hocker zu reißen, denn wir sind ja alle soooo abgeklärt und haben schon alles gesehen. Interessant ist schon fast eher, wie die damals so frischen und wohl auch nicht für die Ewigkeit produzierten Werke Staub ansetzen, vergilben, altern. Je nachdem kann ich mich darüber wundern, wie alt die Sachen (und ich) aus den Sechzigern sind, oder mich darüber freuen, dass ich mich frischer gehalten habe. ;-)) Und dann erst der psychedelische 1967-Raum, mit Musikerporträts, Plattenhüllen und Covern von Musikzeitschriften! Die Ausstellung Soldier, Spectre, Shaman (also Soldat, Gespenst, Schamane) über den Einfluss des zweiten Weltkriegs auf Künstler und Kunstwerke finde ich recht depressiv, die über den Belgier Marcel Broodthaers (vorher nie gehört) mit vielen Eier- und Muschelschalen eher witzig. Alles kommt aus dem Ei, aus dem großen gelben Dotter, der Sonne heißt - oder so ähnlich. Am Ende gibt es noch die Abteilung mit Zeitgenössischem, aber da ist mein Pensum auch schon ziemlich voll ... |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.moma.org |
Hipster City?!
| Was | Williamsburg |
| Wann | Ostersamstag, 26. März 2016, ca. 13-18:30 Uhr |
| Wo | Brooklyn, rund um die Bedford Street |
| Typ | Stadtviertel |
| Kommentar | Wir fahren zur Delancey/Essex Street und haben es dann nicht weit zur Williamsburg Bridge, der Alternative zur Brooklyn Bridge: Man kann darauf den East River überqueren, es gibt dafür einen Weg für Fußgänger (und Radfahrer, hier sogar auf der eigentlichen Brücke getrennt, nicht aber auf der Zufahrt), und man gelangt von Manhattan nach Brooklyn. Wir folgen dort dem vorgeschlagenen Spaziergang aus einem der Reiseführer, der uns "wie besoffen" kreuz und quer und hin und her durch die Straßen führt, vorbei an allerhand "hippen" Cafés, Restaurants und Läden. Und am City Reliquary Museum (s. separaten Eintrag). Wir sind für alles dankbar, was vier Wände außen und idealerweise eine Heizung innen hat, denn nachdem es am Vormittag noch einigermaßen wohltemperiert war, ist es mittlerweile wieder sehr, sehr kalt - und wir haben, nach dem schweißtreibenden Spaziergang durch den Central Park, die ganz warmen Sachen im Hotel gelassen. Brrrr! Nach dem Museumsbesuch stellen wir uns daher nicht in die Schlange an der örtlichen Milchbar, in der es offenbar ein geniales Eis gibt (jede/r kommt heraus mit einem Mini-Becherchen mit einer Eiskugel), sondern kehren statt dessen ein paar hundert Meter weiter im Roebling Tea Room ein, nachdem wir unterwegs das Barbecue-Lokal mit dem schönen deutschen Namen Fette Sau (sic!) links liegen gelassen haben. Hier hat der Cheeseburger wenigstens Geschmack! - Weiterhin besonders zu erwähnen ist die kleine Schokoladenmanufaktur der Gebrüder Mast - hier wird vor Ort conchiert, und es duftet köstlich. Eine weiß bekittelte junge Dame geht gelegentlich mit einem Tablett herum und bietet Ahorn-Schokolade zur Verkostung an. Wer denkt, dass eine 100g-Tafel für 4 Euro teuer ist, wird eines besseren belehrt. Die 2016er Kollektion (ich glaube, 12 Tafeln à 70g) ist für 88 Dollar zu haben. Alternativ die Milch- oder Dunkel-Auswahl mit je 6 Tafeln für 45 Dollar. Wer nicht so viele Kalorien möchte, kann Schokoladenwürfelchen (ca. 1,2 oder 1,5 Kubikzentimeter) erwerben, 12 Stück für 16 Dollar. Leider ist die ganze Front des Ladens weit geöffnet, so dass zwar die Schokolade nicht schmilzt, aber man sich auch nicht aufwärmen kann. In Toby's Estate, einer lokalen Kaffeerösterei, trinken wir einen Kaffee, vorher und nachher sehen wir uns noch einen Laden mit tibetischen Waren, ein Buchgeschäft, diverse Kram- bzw. Geschenkeläden, einen Innenausstatter an, bevor wir zum Ende des Spaziergangs noch die etwas abgebrochen wirkende Halle aufsuchen, in der sich Künstler und Flöhe, also Artists and Fleas tummeln. Hier gibt es auch noch jede Menge Vintage-Mode (wie auch unterwegs schon auffiel); ich verzichte aber auf den schönen großen Pelzkragen (hätte mir sicher super gestanden, und war auch wettermäßig eigentlich genau das richtige Stück ...) und begnüge mich mit einem großen Schal/Tuch von manuelle scarves. Wärmt zwar nicht sehr, aber ein bisschen - und sieht vor allem gut aus. Und dann gibt's nur noch ein Ziel: Zurück ins Warme! An der oberirdischen Marcy Station auf der Brooklyn-Seite der Williamsburg Bridge brauchen wir zum Glück nicht lange zu warten, und danach sind wir im Untergrund vor allem windgeschützt. Aber das ist zu spät - ich bin schon erkältet. :-S Hatte ich übrigens erwähnt, dass Williamsburg wirklich total hip ist? Es gibt gar keine Hochhäuser, bei vielleicht vier, fünf Stockwerken ist Schluss; die Straßen sind relativ ruhig, an vielen Wänden gibt es richtig gute Graffiti - aber es laufen eben genau die richtigen Leute dort herum. |
| Glanzlicht | |
| Links | https://de.m.wikipedia.org/wiki/Williamsburg_(Brooklyn) |
Sonntag, 27. März 2016
Das Leben kann so süß sein!
| Was | Café Lalo |
| Wann | Ostersamstag, 26. März 2016, ca. 21:15-21:45 Uhr |
| Wo | 201 West, 83rd Street |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Hm. Eigentlich bin ich nicht sehr hungrig, aber auch nicht sehr satt ... und leider ist das indische Restaurant, in dem wir letzte Woche waren und das für eine Kleinigkeit super geeignet wäre, komplett überrannt: es steht voller Schlange. Während ich mich gerade mit dem Gedanken anfreunde, heute aufs Abendessen zu verzichten, kommen wir an einem Etablissement mit hohen Fenstern und gut besetzten Tischen vorbei. Ein Café, das zu dieser Stunde eher eine Art Dessert-Restaurant ist. Hierzulande (wie auch ins China) gibt es sowas, was mir aus Deutschland nicht so geläufig ist. Wir erwischen gerade noch einen guten Moment, um Hineinzuschlüpfen und einen Platz angewiesen zu bekommen - kurz danach steht auch hier eine lange Schlange (vielleicht die aus dem indischen Restaurant, die dort fertig waren und der dortigen Schlange Platz gemacht haben?) ... steht also auch hier eine lange Schlange und versperrt die Sicht auf eine überaus beeindruckende Kuchentheke. Da stehen mindestens 30-40 Kuchen, einer schöner anzusehen als der andere, vor allem nicht so im "Plastik-Look" wie in manch ominöser "Konditorei" hier. Obenauf stehen home-made cookies, die tatsächlich aussehen wie selbstgebacken. (Kann man auch mit einer Kugel Eis unter dem Namen "Krümelmonster" von der Karte bestellen, für Kinder und Junggebliebene, wie es heißt.) Ich nehme einen Apple Crumble Cheesecake - sehr lecker! Zum Espresso gibt es eine Lindor-Kugel als Leckerli. Ob es "das Café, das Europäer gern in Europa hätten" ist - so der eigene Anspruch, wie man auf Karte und Website nachlesen kann -, weiß ich nicht, aber es kam gerade recht! |
| Glanzlicht | |
| Links | https://www.zagat.com/r/cafe-lalo-new-york http://cafelalo.com |
Kram, geadelt
| Was | New York City Reliquary Museum |
| Wann | Ostersamstag, 27. März 2016, ca. 14-14:30 Uhr |
| Wo | 370 Metropolitan Avenue (in Williamsburg) |
| Typ | Museum |
| Kommentar | Der kleine Geheimtipp - in einem Drei-Zimmer-keine-Küche-Mini-Bad haben irgendwelche ansonsten unbeschäftigten Geister allerhand Sachen untergestellt, die sie vom Müll oder Sperrmüll gerettet und die irgendwas mit New York zu tun haben (aus allen fünf Boroughs, wie uns extra am Eingang erklärt wird!!). Es gibt eine Sammlung von Marienfiguren, eine Kommode mit Kram von der Weltausstellung 1964/65, Basketballtrophäen, einen alten Kiosk aus Chinatown, Bohrkerne und geologische Fundstücke vom Bau der New Yorker U-Bahn ... und ... und ... und. Auch eine alte, vergilbte Torte aus Polystyrol und Baiser, die lange Zeit ein Konditorenfenster geschmückt hat, mit kleiner Meerjungfrau drauf. Im Hof gibt's auch noch Sachen: einen Liberty-"Altar", ein Liberty-Graffiti, einen mit Kronkorken "gepanzerten" Kiosk und ähnlich Bedeutendes. Weil damit der Platz insgesamt noch nicht genug genutzt ist, gibt es im hinteren der drei Zimmer eine Ausstellung namens Visionary Streetscapes mit Werken von autistischen Künstlern. Eben eklektisch, wie der junge Mann mit den sehr blauen Augen am Eingang uns erklärt hatte. |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.cityreliquary.org |
Samstag, 26. März 2016
Meeresfutter
| Was | Oceana |
| Wann | Karfreitag, 25. März 2016, ca. 19-21 Uhr |
| Wo | 120 West 49th Street |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Am Karfreitag soll man schließlich Fisch essen - deshalb gehen wir in ein entsprechendes Restaurant, inmitten der Hochhausschluchten und ganz ohne Meeresblick. Es ist ein relativ großes Restaurant, gediegene Atmosphäre, mit alten Buchillustrationen von Fischen und Meeresfrüchten an der Wand, in goldenen Rahmen und mit dezenter Beleuchtung. Wir bekommen eine Nische für uns, da haben wir viel Platz und sogar relative Ruhe. Die Vorspeisen sehen auf der Karte so lecker aus, dass ich davon absehe, Austern zu bestellen, und auch von der Heilbutt-Ceviche mit Orangen und sizilianischem Oregano (oder so ähnlich) nicht enttäuscht werde. Diese Vorspeise ist auch tatsächlich, leicht und frisch mit leichter Säure, ein Appetizer im besten Sinn, während die frittierten Calamari (auch sehr lecker, mit Erdnuss im Ausbackteig) schon halb satt machen. Thunfisch und Lachs respektive zum Hauptgang sind auch sehr lecker und kommen mit kreativen Beilagen. Die Desserts, viel in Richtung der "warmen" Geschmäcker wie Banane, Schokolade, Walnuss/Pecan, Karamell u.ä. sind ebenfalls köstlich. Das Einzige, was man ihnen vorwerfen kann, ist, dass sie echt zu groß sind, aber eben so lecker, dass man nicht einfach die Hälfte zurückgehen lassen kann. Ich jedenfalls nicht. Wer's mag, kann hier übrigens auch wunderbare Plateaux de fruits de mer bestellen (die hier, irgendwie prosaischer, seafood towers heißen). Sehen, wie auch in Frankreich, super aus - aber ich mag ja im Zweifelsfall sowieso die Austern darauf am liebsten, weshalb ich persönlich von den gemischten Platten immer Abstand nehme ... Alles in allem war das ein sehr gelungenes Abendessen! |
| Glanzlicht | |
| Links | http://oceanarestaurant.com https://www.zagat.com/r/oceana-new-york |
Schneckauf, schneckab
| Was | Guggenheim-Museum |
| Wann | Karfreitag, 25. März 2016, ca. 12-16 Uhr |
| Wo | 1071 5th Avenue (auf Höhe der 89sten Straße) |
| Typ | Museum |
| Kommentar | Die Architektur des New Yorker Guggenheim-Museums ist, man hat es schon gehört, eine Sehenswürdigkeit für sich allein, da braucht es eigentlich gar keine Ausstellung. Und auch zeitgeraffte Aufnahmen der Besucherströme dürften sich für Video-Installationen eignen. Bestimmt faszinierend! Bevor wir mitströmen können, heißt es aber wieder erst einmal in der Schlange stehen, wobei die Tascheninspektionsschlange viel länger als die Kassenschlange ist, die ihrerseits die Garderobenschlange deutlich an Länge übertrefft. Irgendwie sind mir das jetzt etwas viele Kriechtiere ... Gut, dass die Künstler David Weiss und Peter Fischli, deren gemeinsames Werk aus über 30 Jahren hier gerade ausgestellt wird, sich als Alter Ego zwei Vierbeiner ausgesucht haben, Ratte und (Panda-)Bär. Bislang kannte ich das Duo noch nicht, bin aber jetzt sehr beeindruckt von der schier unendlichen Kreativität. Hunderte kleinformatige Werke aus ungebranntem Ton (ein Glanzlicht: "Mick Jagger and Brian Jones walking home satisfied after creating the song 'I can't get no satisfaction'"), die verschiedenen Installationen rund um die kleinen und großen Fragen des Lebens ("Wohin driftet unsere Galaxie?""Warum heißt es Morgengrauen?" usw. usf.) und die "Landkarten", auf denen unter der Überschrift 'Ordnung und Reinlichkeit' Konzepte "kartiert" sind, sind meine persönlichen Lieblingsteile der Ausstellung. Und ich darf mich freuen, dass ich die wandhohe Wiedergabe des Textes "How to work better" an der Houston Street schon bei unserem Chinatown-Besuch nicht nur gesehen, sondern auch fotografiert hatte! Und apropos fotografiert: in der Foto-Anthologie-Ausstellung sind auch tolle Bilder. |
| Glanzlicht | Ja |
| Links | http://www.guggenheim.org/new-york http://fischli-weiss.com |
Freitag, 25. März 2016
Bötchentour
| Was | Fähre nach Staten Island |
| Wann | Donnerstag, 24. März 2016, ca. 13:15-15 Uhr |
| Wo | South Ferry an der Südostspitze von Manhattan |
| Typ | Sehenswürdigkeit |
| Kommentar | Dass man die Tour in einer Stunde hin und zurück schaffen kann, wenn man sich in Staten Island nicht aufhalten will, ist ein Gerücht - die Fähren werden nämlich komplett evakuiert und man kann nicht einfach sitzenbleiben. Trotzdem lohnt es sich: man kann gratis auf schönen großen soliden Schiffen fahren, wenn man Glück hat, erwischt man eine mit zugänglichen Außenbereichen, und man hat gute Sicht auf Fräulein Freiheit und, bei der Rückkehr nach Manhattan, auf die Skyline des Financial District. In den Wartehallen kann man der Live-Musik lauschen, die dort von einzelnen Künstlern zu Gehör gebracht wird. Ob die extra eingeladen (oder gar bezahlt?!?) werden, um die Atmosphäre zu verbessern? Für ausgeschlossen halte ich das nicht ... |
| Glanzlicht | Ja |
| Links | http://www.siferry.com |
Donnerstag, 24. März 2016
Ikonisches
| Was | Grand Central Terminal und Times Square am Abend |
| Wann | Mittwoch, 23. März 2016, ca. 20-21:30 Uhr |
| Wo | 42ste Straße, zwischen 5th Avenue und Broadway |
| Typ | Sehenswürdigkeit |
| Kommentar | Nach dem Steak müssen wir unbedingt noch ein paar Schritte gehen - es ist ja nicht weit zum Grand Central Terminal, also schauen wir uns erst einmal das an. Das war schon eine sehr würdige Empfangshalle für die, die mit dem Zug zum ersten Mal in New York City ankommen! Bestimmt von den New Yorkern als Beeindruckungsarchitektur konzipiert ... so ganz nach Willkommensarchitektur sieht es nicht aus. Während immer noch Züge fahren, werden die verschiedenen Bereiche auch nach neuen Konzepten genutzt. Es gibt eine schicke Feinkostzeile, in der man eben im Vorbeigehen noch frischen Fisch, Austern und Kaviar oder europäischen Käse kaufen kann; die ganze Ostterrasse in der großen Halle wird von einem Apple Store in Beschlag genommen. Die halbe Vanderbilt-Halle ist gesperrt und auch noch ein Teil der großen Halle, denn hier werden offenbar Dreharbeiten vorbereitet. Die Gasleitungen, mit deren Hilfe die Helium-Beleuchtungsballons gefüllt werden, sind schon voll im Einsatz. Die Regiestühle warten aber noch auf ihre Be-Sitzer. Action, Action, Action! Einige Blocks weiter (halt die 42ste Straße westwärts) sieht man schon von weitem die ersten Leuchttafeln des Times Square flimmern. Es ist heute Abend frühlingshaft bzw. fast schon frühsommerlich warm, und auf dem Platz herrscht großes Gedränge - wie vermutlich jeden Abend. Spiderman, Minnie Mouse, Sesamstraßenmonster und andere Berühmtheiten laufen dort herum und lassen sich gegen ein Trinkgeld auch gern mit Passanten fotografieren. Was nun so genau der Reiz ist? Mir erschließt es sich nicht so ganz. |
| Glanzlicht | Hm - muss wohl |
| Links | http://www.earthcam.com/usa/newyork/timessquare/?cam=tsrobo1 |
Und jetzt ein Stück Fleisch!
| Was | Benjamin Steakhouse |
| Wann | Mittwoch, 23. März 2016, ca. 19-20:15 Uhr |
| Wo | 52 East 41st Street (unweit vom Grand Central Terminal) |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Vegetarier bitte weglesen ... Nach unserem erschöpfenden und hungrig und durstig machenden Museumsbesuch heute dachten wir, dass man wohl auch einmal ein ordentliches Steak essen kann. Und das kann man auch! Die Karte ist sehr einfach, die ersten drei (und vermutlich häufig bestellten) Gerichte sind "Steak for two/Steak for three/Steak for four" - wir bleiben gleich beim ersten. Dazu "Benjamin's home fries", die sich dann als Bratkartoffeln entpuppen, und als "Gemüse" Zwiebeln, die in leichtem Teig knusprig ausgebacken daherkommen. Das Fleisch kommt auf einer großen Platte, es ist ein Stück mit angekohltem Knochen, von dem das Fleisch allerdings schon fachmännisch abgeschnitten wurde - und es ist wirklich super! Noch dazu kommt das Essen extrem schnell, fast sofort nach dem Aufgeben der Bestellung, vermutlich schneller, als bei McDonald's die Burger in die Verpackung kommen - das trifft sich gut, weil wir ja recht hungrig sind und weil es für die Ohren sicher nicht ganz ungefährlich ist, sich allzu lange dort aufzuhalten: es ist un-glaub-lich laut und voll, und alle Ecken in dem Raum, der sich auf zweieinhalb Etagen erstreckt, sind mit Tischen zugestellt, die offenbar alle besetzt sind und auch nach dem Freiwerden gleich wieder besetzt werden. Soweit die Ähnlichkeit mit einem Fast Food-Restaurant - Stofftischdecken und -servietten sowie ein professioneller Service heben sich davon aber deutlich ab. Immer wieder schön sind auch die Nebentische: Links wird erst noch ein einjähriger Kindergeburtstag im Familienkries gefeiert, rechts tafelt ein mittelaltes Paar, das vielleicht aber auch erst noch eins werden will. Sie bekommt einen halben Salatkopf mit Sauce, er ein kleines Steak - soweit passt es erst einmal zum Klischee. Aber halt - das war bloß die Vorspeise: danach bekommen beide noch ein "richtiges" Steak. Puh! Ich bin recht froh, dass wir auf eine Vorspeise verzichtet haben ... In der Zwischenzeit wurde die spanischsprachige (?) Familie von einer asiatisch aussehenden abgelöst. Die zwei jungen Männer, die dazu gehören, schlafen instantan ein, nachdem sie sich an den Tisch gesetzt haben. Auch wiederholtes Wecken hilft nicht nachhaltig. Ob die wohl später noch den Weg ins Bett gefunden haben? |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.benjaminsteakhouse.com https://www.zagat.com/r/benjamin-steak-house-new-york |
Eine Nacht im Museum? Dann sicher hier!!!
| Was | American Museum of Natural History |
| Wann | Mittwoch, 23. März 2016, ca. 11:45-17:45 Uhr |
| Wo | Central Park West, auf Höhe der 79sten Straße |
| Typ | Museum |
| Kommentar | Heute sieht das Wetter nach dem Frühstück etwas trübe aus - also beschließen wir, einen Museumstag einzulegen. Und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah gleich gegenüber dem Hotel Excelsior liegt? Das Gute ist das American Museum of Natural History. Wir nehmen das "große" Ticket mit allen Sonderschauen und stellen bald fest, dass man sich in dem riesigen Gebäude bei Terminen im Stundentakt ganz schön ranhalten muss. Da gibt es zwischen den einzelnen Sachen nicht viel Zeit, um sonst noch groß herumzusuchen. Die aktuellen Sonderausstellungen sind: Die Dinosaurier unter uns - es geht um die Entwicklung der Vögel aus den "schrecklichen Echsen". Das Hauptstück (als Blickfang) ist ein riesiger flugunfähiger Saurier, der schon ein wenig nach Vogel aussieht - und statt Federn ein Stachelkleid trägt, von dem ich wette, dass es sich um Stachelschweinstacheln handelt. Und ansonsten habe ich gelernt, dass Vögel vielleicht ihre eigenen Eier anhand der Sprenkelmuster von Kuckuckseiern unterscheiden können - aber so richtig gut scheint das ja noch nicht zu funktionieren, sonst wären die Kuckucke ja ausgestorben ... Die geheime Welt in uns - alles über Bakterien, mit der Hauptbotschaft, dass a) jeder von uns nicht eigentlich ein Individuum, sondern eher ein Ökosystem ist, b) wir gerade erst anfangen, die Komplexität der Zusammenhänge in der Welt der Mikroben zu verstehen, und c) wir unbedingt unsere Wahrnehmung ändern müssen, dass Bakterien etwas Schlimmes sind, das es zu beseitigen gilt, denn fast alle sind gerade so unterwegs wie jede/r von uns und will einfach nur überleben, viele sind sogar unsere Freunde und Helfer, ohne die wir nicht zurechtkommen können. Statt Küken mit Antibiotika zu behandeln, könnte man sie besser mit einem Cocktail aus 29 "guten" Bakterien besprühen, das hält sie erwiesenermaßen recht gesund. Das wird nur aus einem Grund nicht gemacht: mit 1 Cent pro Küken ist es einfach zu teuer. Dunkles Universum - das ist die aktuelle "Space Show" in der großen Planetariumskugel. Schon beeindruckend! Es wäre noch schöner, wenn man sich in den Sitzen noch besser zurücklehnen könnte, am besten à la Liegesitz ... Aber die Bilder sind auch so toll. Unbedingt machen! Die Nationalparks - Robert Redford kommentiert Bilder aus den verschiedenen amerikanischen Nationalparks, in denen 3 junge und sportliche Wissenschaftler allerhand Outdoor-Aktivitäten demonstrieren. Hoffentlich macht es nicht jeder so, sonst wird am Ende die gelobte Natur noch in Mitleidenschaft gezogen ... Für den Rest ist, wie gesagt, kaum noch Zeit. Die Dino-Fossilien im vierten Stock sind groß(artig), so viele und große habe ich definitiv noch auf keinem Fleck gesehen. Burkhard schaut sich die Mineralien und Meteoriten an, ich würdige die Reproduktionen aus alten Büchern, die seinerzeit (vor der Erfindung von Fotos und Websites) noch sehr liebevoll von Künstler-Wissenschaftler-Mischwesen erstellt wurden. Und dann sind die sechs Stunden auch schon um, da war nichts mit Pause und Getränk, trotz mehrerer Museumscafés - huch, ich bin ja schon halb vertrocknet! |
| Glanzlicht | Ja, vor allem das Planetarium |
| Links | http://www.amnh.org |
Mittwoch, 23. März 2016
1A Fisch mit Zuckerhut
| Was | Sushi Samba |
| Wann | Montag, 21. März 2016, ca. 20:30-22 Uhr |
| Wo | West Village, 87 7th Avenue |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Oh wow ... der Laden sieht so stylish aus, dass ich schon befürchte, dass fürs Essen keine Ressourcen übrig sind ... Die Farbwelt ist orange, die Wände sind geschwungen und wandfüllend mit halbabstrakten, gelb und rot teilkolorierten "Zeichnungen" im Stil der 1950er Jahre dekoriert. Eine Wand mit nur lose gefüllten Flaschenregalen leuchtet rotorange, und an der Decke werden zahlreiche Kristalllüster durch noch zahlreichere "Glasblütenzweige" in orange und grün ergänzt. Auf der Karte gibt es brasilianisch-portugiesisch inspirierte Gerichte - und eben Sushi - und noch die speziellen Sushi Rolls, die beide Einflüsse in einer Speise zusammenbringen. Ich probiere eine davon und halte mich ansonsten an Nigiri Sushi (die "puristischen" aus einem Reisbällchen mit einer Scheibe Fisch drauf) - und bin sehr positiv überrascht, denn der Fisch ist wirklich richtig gut. Und zwar alles, was ich probiert habe. Ika (der "fette Radiergummi", wie ich den Tintenfisch zu nennen pflege - mag scheußlich klingen und ist es vielleicht auch, wenn es schlecht ist - aber hier ist es eben gut), Saba (Makrele), Toro (fetter Thunfischbauch) sind alle gut, und auch der Unagi (Aal), der oft kritisch ist, schmeckt hier köstlich. Wer Sushi mag: gern diesen Laden hier ausprobieren! Und Unterhaltung gab's vom Nebentisch. Zwei gar nicht mehr ganz junge Leute diskutierten über Privacy und Co. auf dem iPhone. Sie hatte unerwünschte Nachrichten bekommen (à la SMS-Spam) und fragte sich nun, was zu tun wäre. Die Diskussion ging dann hauptsächlich um die Facebook-App und eine Messenger-App. Er versuchte ihr zu erklären, dass man auf dem Smartphone Facebook auch ohne die App benutzen könnte, nämlich über den Browser - die App nähme zu viel Platz weg und sei auch sonst "böse". Er mache es so. Das hat er in der Zeit, in der wir da saßen, mindestens 30mal gesagt. Aber dann könne sie ja keine Facebook-Updates ... Aber doch, hör zu, ich benutze die App nicht ... Aber was ist dann mit den Nachrichten ... Aber schau, Du erhältst die Updates z. B. von mir, obwohl ich die App nicht benutze ... Aber ... Aber ... Keine Ahnung, ob die an dem Abend noch irgendwann zu Ende gekommen sind. So lange konnte ich jedenfalls nicht warten. |
| Glanzlicht | Ja - der Fisch auf jeden Fall! |
| Links | https://www.zagat.com/r/sushisamba-new-york1 https://sushisamba.com |
Dienstag, 22. März 2016
Und wo, bitte, gibt es das beste Essen unserer Galaxie?
| Was | Chinatown und Little Italy |
| Wann | Dienstag, 22. März 2016, ca. 11:30-20 Uhr |
| Wo | Rund um Spring, Mulberry und Mott Street und bis zur Manhattan Bridge |
| Typ | Stadtviertel |
| Kommentar | Heute machen wir eine kleine Weltreise, denn das Wetter sieht immer noch blau und sonnig aus. Wir steigen an der Canal Street aus der U-Bahn, und schon heißt der nächste McDonald's nicht mehr so, sondern (Achtung, phonetische 'Übersetzung') MaiDangLao. Die Straßen haben plötzlich zweisprachige Straßenschilder (einige jedenfalls), und auch sonst gibt es überall chinesische Zeichen. Zwei Ecken weiter liegt ein kleiner "Park", der ganz typisch chinesisch benutzt wird: Es ist laut und voll, zwei ältere Herrschaften musizieren mit original chinesischen Instrumenten, an den steinernen Tischen wird gespielt (Karten oder so etwas ähnliches wie Dame) und gegessen. Auf dem Schulsportsplatz gleich nebenan machen relativ kleine, chinesisch aussehende Kinder Leibesübungen, und gegenüber schicken sich zwei Trauerzüge an, die jeweils Verstorbenen auf ihrer letzten Reise zu begleiten. Auf der großen Chatham-Kreuzung liegt der (nicht grüne) Kim-Lau-Park, in dem der Amerikaner chinesischer Abstammung gedacht wird, die für ihre neue Heimat in den Krieg gezogen und gestorben sind. In den Straßen, zwischen zahlreichen Geschäften und Restaurants, liegen auch verschiedene Gotteshäuser und Tempel, so dass für viele Gläubige etwas dabei sein dürfte. Die Kirchen kann man ja wenigstens noch als solche erkennen - einen kleinen buddhistischen Tempel haben wir erst auf den zweiten Blick überhaupt wahrgenommen, da er sich fast gar nicht von normalen Geschäften unterscheidet. Mittags essen wir ein paar Dim Sum im New Mandarin Court (61 Mott St) - es ist sehr chinesisch, schmeckt gut und kostet ganz wenig. Der weitere Gang führt uns zum Mahayana Buddhist Temple direkt an der Auffahrt zur Manhattan Bridge - das ist wenigstens ein ordentlich großes Gebäude! Ich habe in diesem und in dem kleinen zuvor für jeweils 1 Dollar Spende eine aktuelle Glücks- und Erfolgsvorhersage gezogen, aber nachdem es auch beim zweiten Mal bei "Probability of Success: Moderate" (Erfolgswahrscheinlichkeit: Mäßig) blieb, habe ich auf weitere Versuche lieber verzichtet. Ich habe Urlaub, da brauche ich auch gerade keinen Erfolg. ;-))) Bald gerät man unversehens in das, was früher mal Little Italy war und diese Tatsache jetzt noch fleißig und mit offenbar gar nicht so schlechtem Erfolg zu Geld zu machen versucht. Es ist schon früher Nachmittag, so dass wir für ein Dessert im Caffè Palermo einkehren und dort Cannoli probieren - was sonst? Laut Selbstauskunft gibt es genau hier die besten der Welt. Falls wider Erwarten irgendjemand noch nicht wissen sollte, was das ist: Es handelt sich um eine Art dicker Eiserkuchen mit nennenswertem Zimtanteil im Teig, die mit einer ziemlich heftigen Ricotta-basierten Creme mit Schokostückchen gefüllt werden. Wer vorher noch leichten Hunger verspürt haben sollte, dürfte jedenfalls kuriert sein. Insgesamt gibt es viel mehr Chinesisches als Italienisches - Chinesisch wird auch gesprochen, Italienisch habe ich praktisch nicht gehört. Natürlich dürfen auch die Ginseng und TCM-Läden nicht fehlen. Die großen Gläser mit 20 Varietäten von getrockneten Seegurken sind für mich immer ein Glanzlicht. Ich halte mich ja schon für relativ offen, was exotische Lebensmittel betrifft, aber Seegurken ... die sehen einfach nicht gut aus, weder frisch noch getrocknet. An vielen Häusern gibt es (offenbar professionelle) Graffiti, und in den nördlicheren Gefilden liegen schon die schicken Ausläufer der Gegend, die den wenig originellen Namen NoLIta (= North of Little Italy) trägt. Coole Boutiquen aller Arten füllen die Straßenzüge. Eine ganze Weile später kommen wir sogar an einem Bleistiftladen vorbei (ich gehe auch hinein), der wirklich außer Bleistiften nur noch Radiergummi, Anspitzer und sehr ausgewählte Notizblöcke sowie einige Buntstifte anbietet - in einem Preisspektrum von wenigen Cent bis hin zu Caran d'Ache. Bald ist es dann auch schon Zeit zum Abendessen, und wenn es mittags Dim Sum gab, ist dann jetzt wohl Italienisches angesagt. Bei Lombardi's in der Spring Street (zwischen Mott und Mulberry Street) gibt es, ebenfalls nach eigener Auskunft, die beste Pizza von New York, Amerika und der Welt, und das schon seit 1905 und schon immer aus dem Kohleofen. Der Anspruch ist auch in der Domain http://www.firstpizza.com dokumentiert ... Na, schlecht war die Pizza nicht, aber von der weltbesten hätte ich mehr erwartet. Und dann gab es nicht mal einen Espresso zum Abschluss! :-/ Originell ist dann noch der Milchreisladen Rice to riches schräg gegenüber - alles im Reiskorndesign und voll mit esslustigen Sprüchen. Skinny bitches out!! |
| Glanzlicht | |
| Links | https://de.m.wikipedia.org/wiki/Chinatown_(New_York_City) http://www.explorechinatown.com https://de.m.wikipedia.org/wiki/Little_Italy_(New_York_City) https://www.zagat.com/r/lombardis-pizza-new-york |
Montag, 21. März 2016
Das zweite Leben
| Was | Chelsea Market |
| Wann | Montag, 21. März 2016, ca. 13-14 Uhr |
| Wo | 9th Avenue, zwischen der 15. und 16. Straße |
| Typ | Shopping |
| Kommentar | Ja - ist der Chelsea Market nun ein Food Court oder eine Shopping Mall, oder einfach ein "hipper" Ort in einem "hippen" Viertel? Wie auch immer - wir haben ein Hummerbrötchen von The Lobster Place probiert und Crêpes in der Bar Suzette - das war dann unser Mittagessen. Beides sehr lecker! Übrigens handelt es sich bei diesem Ort um ein ehemaliges Fabrikgelände (wie so oft) - hier wurden zum Glück keine allzu giftigen Stoffe verwendet oder produziert (hoffe ich jedenfalls), sondern die bekannten Oreo-Kekse. Alte Gegenstände wie z.B. nummerierte Schließfachtüren wurden zum Teil zu neuen, meist funktionslosen, aber interessant und technisch anzusehenden Dekorationen collagiert - und alles zusammen ergibt mit dem zahlreich zuströmendem Publikum einen Platz in New York, den man sich unbedingt anschauen sollte. |
| Glanzlicht | Ja - vor allem, da der Markt irgendwie unerwartet hinter wenig spannend aussehenden Wänden liegt. |
| Links | http://chelseamarket.com |
Privacy oder Kunstaktion? Oder: Urbane Schildkröten Oder: Die U-Bahn-fahrende Lederjacke
Gerade fällt es mir wieder ein ... eine kleine kuriose Geschichte von vor ein paar Tagen. Wir stiegen in die U-Bahn ein und bemerkten bald darauf in einer Bankecke eine Lederjacke, die scheinbar allein in einer Ecke saß, begleitet von einer gefüllt aussehenden Blue Jeans und hellbraunen halbhohen Schuhen. Aus der (geschlossenen) Jacke sahen weder ein Kopf noch Hände hervor. Ich war wirklich verunsichert, ob das vielleicht nur eine Installation wäre (oder vielleicht ein Versteckte-Kamera-Gag?) - bis sich am Ende Hose und Jacke doch wenigstens so bewegten, dass der vergleichsweise eindeutige Eindruck entstand, dass beide Kleidungsstücke von einem Menschen "bewohnt" wären. Na, da hat man wirklich Privatsphäre - allerdings auch nicht sehr viel freie Luft vor der Nase. Und vor allem kann man gar nicht die dummen Gesichter auskosten, die Leute wie ich machen, wenn sie die Jacke erblicken!!
Fette Beute zum zweiten
Dass im Central Park Jäger und Gejagte um ihren Lebensunterhalt und ihr Leben (nicht mal respektive) kämpfen, ist ja kein so großes Wunder - der Park ist mit seiner Größe und Gestaltung bekanntermaßen ein wichtiges Stück (relativer) Natur inmitten der Großstadt. Aber auch weitab von parkähnlichen Grünflächen passiert dasselbe: heute sahen wir in Chelsea, unweit der Chelsea Piers in einem schmalen, etwas traurig ausschauenden Grünstreifen einen Falken, der gerade eine Maus ergriffen hatte und nun damit davonflog. Wer hätte das gedacht? Vor allem habe ich das, glaube ich, noch nie aus so großer Nähe gesehen ...
Vegetarischer Samstagabend
| Was | Saravanaa Bhavana |
| Wann | Samstag, 19. März 2016, ca. 19:30-21:30 Uhr |
| Wo | 413 Amsterdam Avenue |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | War wohl ein bisschen leichtfertig, nicht mit genügend Vorlauf für den Samstagabend zu reservieren. Aber verhungern würden wir ja sicher nicht - und das indische vegetarische Restaurant mit dem a-lastigen Namen, das nicht nur vegane, sondern auch koschere Speisen bereit hält (meine ich jedenfalls irgendwo gesehen zu haben), hat noch einen Platz für uns. Spezialität sind hier Dosas & Co. - esse ich hier tatsächlich zum ersten Mal, obwohl ich doch schon viele Sachen ausprobiert habe. An den Nachbartischen werden die ganz spektakulären Varianten serviert - zu bestimmt 70 oder 80 cm langen Rollen gefaltete hauchdünne, leicht knusprige Fladen aus Reis- und Linsenmehl. Mein Pfannkuchen hatte nur ca. 40 cm Durchmesser - und schmeckte mir gar nicht so schlecht! Ich hatte zwar einen mit Käsefüllung (es war Paneer, dieser indische Käse, der entfernte Ähnlichkeit zu Feta aufweist) - aber mein Tipp ist es, den/die/das Dosa ganz pur zu nehmen. Die werden sowieso mit einer warmen Sauce und drei kalten Dips serviert, das reicht völlig. Wenn man gern indisch isst und die typischen Gewürze mag, ist das eine gute Empfehlung. Wenn nicht - nicht. ;-) |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.saravanaabhavannyc.com https://www.zagat.com/r/saravana-bhavan-new-york |
Sonntag, 20. März 2016
Orig Ung - aber nicht Salami
| Was | The Hungarian Pastry Shop |
| Wann | Samstag, 19. März 2016, ca. 16:30-17 Uhr |
| Wo | 1030 Amsterdam Avenue |
| Typ | Café |
| Kommentar | Hm - haben wir nun den Altersdurchschnitt ernsthaft angehoben oder nicht? Dafür spricht, dass der Laden offenbar überwiegend von Studenten der Columbia University frequentiert wird. Dagegen spricht, dass der nicht gerade riesige Raum mit lauter winzigen Tischen vollgestellt ist, die fast alle gut besetzt waren, so dass wir gar nicht aufgefallen sind. Und apropos winzig: Ich denke nicht, dass das Wort übertrieben ist. Ein ordentliches Laptop drauf, dann passt der Kuchenteller schon nicht mehr daneben. Vielleicht gerade noch eine Tasse (aber besser ohne Untertasse). Mir persönlich ist allerdings schleierhaft, wie man da arbeiten oder lernen kann - aber es scheint zu gehen. Links von uns sitzt ein frankophoner Farbiger mit kleinem Hütchen, der an einer ebenfalls frankophonen Arbeit schreibt bzw. redigiert, in der es irgendwie um Afrikaner in der Diaspora geht. Rechts sitzt ein junges Pärchen; die beiden wollen wohl Philosophen werden. Das gebrauchte Lehrbuch (mit einem Aufkleber, der die Vorteile gebrauchter Bücher anpreist) handelt von Ideen zur reinen Phänomenologie vs. zur phänomenologischen Philosophie, oder so ähnlich. Umpf. Ich bevorzuge die tatsächliche Erscheinung eines Mandelhörnchens, das zwar etwas zuviel Bittermandelaroma abbekommen hat, aber ansonsten lecker ist - und offenbar ein gern genommener Artikel, der auf der Rechnung durch ein lässiges "AH" für Almond Horn repräsentiert wird. Tatsächlich ist das Gebäck auch so groß, dass es eher ein Horn als ein Hörnchen ist. Angepriesen werden auch Berliner, aber die sind mit Nüssen und anderen abwegigen Zutaten - also keinesfalls das, was ich darunter verstehe. |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.wikicu.com/Hungarian_Pastry_Shop |
The next big cuisine thing: Granatapfel
| Was | Annisa |
| Wann | Sonntag, 20. März 2016, ca. 18:30-21 Uhr |
| Wo | West Village, 13 Barrow Street |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Feines Essen, leicht asiatisch angehaucht. Wir hatten das Fünf-Gänge-Menü für Unerschrockene (wie es sich gehört, wurden vorher alle besonderen Allergien und Abneigungen "abgeklopft", und ich bin ja zum Glück sehr unkompliziert, wenn es um feines Essen geht). Es gab Sashimi, einen Dumpling, im Blatt gegrillten Fisch, zweierlei vom Lamm {und hier war es, das big thing: Granatapfel auf der gegrillten Variante} und verschiedene Nachtische, eine Art von Schokolade-Brandteig-Kugeln mit Butterscotch-Füllung und bananigem Sorbet, und gegrillte Ananas mit rosa Pfeffer und Pandan-Eis (oder so ...). Das Service-Team ist ziemlich divers ("unser" Betreuer kannte sich in Köln aus, weil er dort schon einige Male zum Musizieren war, und hatte auch ein paar Brocken Deutsch drauf) - in jeder Beziehung. Diejenige, die uns die berühmten Soup Dumplings serviert hat, hat uns jedenfalls die Essanleitung ziemlich heruntergeleiert. Das hätte wohl mit ein bisschen mehr Engagement und echtem Interesse am Kunden sein dürfen. Es mag Jammern auf hohem Niveau sein, aber in Anbetracht der zahlreichen Vorschusslorbeeren bin ich ein wenig enttäuscht. Ich will auch nicht sagen, dass ich hungrig herausgekommen wäre - aber das Dinner dort lässt mich irgendwie unbefriedigt zurück. Und das kann nicht nur am leichten Schneegestöber vor der Tür liegen! |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.annisarestaurant.com https://www.zagat.com/r/annisa-new-york |
Fette Beute
Auf dem Rückweg vom Metropolitan Museum gab es im Central Park etwas zu sehen, das ich dort nicht erwartet hätte. Ein großer Greifvogel hatte gerade eine Taube erbeutet. Er ließ sich mit ihr auf dem Zaun einer Baseballanlage (?) nieder. Sie schlug noch heftig mit den Flügeln, aber das war relativ rasch vorbei. Bald darauf sah man die Federn fliegen. Vermutlich ist es ja auch nur ein kurzer Moment, in dem das Fleisch noch angenehm warm ist ...
Ob die Greife wohl auch die vielen grauen Eichhörnchen als Beute betrachten, oder die rotbäckigen, amselgroßen Allerweltsvögel? (... keine Rotkehlchen, dafür sind sie zu groß und zu zahlreich, aber auch keine Amseln, dafür passt die Färbung nicht - und auf Englisch schon gar nicht, denn diese sind alles, nur keine black birds)
In Ägypten ist es warm
| Was | The Metropolitan Museum of Art |
| Wann | Sonntag, 20. März 2016, ca. 13-17 Uhr |
| Wo | 5th Avenue |
| Typ | Museum |
| Kommentar | Heute ist es eisig kalt - die Anzeige in der Hotellobby behauptet 32 Grad Fahrenheit, also 0 Grad Celsius. Brrrr! Darauf bin ich nicht wirklich eingerichtet. Wir beschließen also, lieber noch einmal ins Museum zu gehen. Ich möchte eigentlich lieber nicht in ein Kunstmuseum (da war ich ja gestern schon), aber im Angesicht der Kassenschlangen (und das ist keine neue Reptil-Spezies) im Naturgeschichte-Museum gegenüber vom Hotel beschließen wir, doch lieber einen kurzen Gang quer durch den Central Park zu machen, denn wir wohnen schon ungefähr auf der Höhe des berühmten Metropolitan Museum of Art. Das Kalkül ist, dass es da auch sehr belebt sein wird, aber man nicht für spezielle Sachen anstehen muss (wie die Space Show im Planetarium). Und so ist es auch. Dank Membership-Ausweis bekommen wir problemlos die tagesaktuellen Aufkleber, die genau die richtige Klebermischung haben, um auf allen möglichen Textilien gut zu haften, ohne beim Ablösen Probleme zu verursachen. Die kleine Garderobenschlange ist auch bald besiegt, dann sehen wir uns die ägyptische Sammlung an. Eine schier unendliche Fülle von Exponaten, von Mikro bis Makro, verteilt sich auf zahlreiche Säle. Mikro z. B. kleine einzelne Perlen, Makro z. B. monumentale Stücke von Tempelfronten, oder gleich der ganze Tempel von Dendur. Ich bin zwar keine Ägyptologin, aber das dürfte vom Feinsten sein! Und immer toll: die Begegnungen der Besucher mit den Exponaten. Da kann man stundenlang zugucken. So weit, so gut - der teure, aber sehr schön heiße Cappuccino im American Art Café ist ausgetrunken - das war's für jetzt live aus dem Met. |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.metmuseum.org |
In einer anderen Welt
| Was | The Cloisters |
| Wann | Samstag, 19. März 2016, ca. 11:45-15 Uhr |
| Wo | Im Fort Tryon Park an der Nordwestspitze von Manhattan |
| Typ | Museum |
| Kommentar | Ah - endlich. Es sind bestimmt schon fast zwanzig Jahre, dass der Besuch dieses Museums auf meiner Liste steht! Wenn man nämlich viel in Frankreich herumreist und sich besonders für romanische Kirchlein und Klöster interessiert, begegnet einem dort öfter der Hinweis auf eine ominöse amerikanische Institution, die ganze architektonische Ensembles oder auch einzelne Filetstücke beherbergt - ob diese arglos verkauft oder arglistig akquiriert wurden, sei dahingestellt. Ich will auch gar keine Beutekunst-Debatte anfangen, solche Situationen gibt es ja paarweise zwischen vielen Ländern. Jedenfalls liegt die Anlage von "The Cloisters" im besagten Fort Tryon Park. Dieser befindet sich oben auf einem kleinen Felsplateau, das man mit dem Aufzug von einer Straße gerade oberhalb des Broadways erreicht. Wenn mir einer vorher das Bild der Felswand mitten in der Stadt gezeigt hätte, würde ich wohl Stein und Bein geschworen haben, dass das nie im Leben in Manhattan sein kann. Man soll eben nicht schwören! Wenn man durch die Parkanlagen geht und plötzlich einen romanischen Turm über einem alt aussehenden Gebäudekomplex oberhalb des Hudson Rivers aufragen sieht, zwischen noch kahlen Bäumen, aber wie von einem Hauch von Vorfrühling umweht, wähnt man sich tatsächlich eher in Norditalien oder -spanien oder eben Südfrankreich. Es gibt dann auch nicht einen riesig großen Eingangsbereich mit großen Schildern; vielmehr "pirscht" man sich seitlich heran und öffnet dann eine Art Klosterpforte mit einem Klopfring, um sich in einem Gang wiederzufinden, von dem man noch nicht weiß, ob er der richtige ist. Und schon ist man (fast) in einer anderen Welt. Die Kasse in einer kleinen runden Gewölbehalle, die sich zu mehreren angrenzenden Räumen und Gängen öffnet, ist dann aber doch noch von unserer Welt. Und dann, nur noch ein paar Schritte weiter: der Kreuzgang von St-Michel-de-Cuxa. Die Kirche liegt im Roussillon, schon in den Pyrenäen, aber die Säulen und Kapitelle hat es zu großen Teilen hierher verschlagen, der Rest ist rekonstruiert. Wenn man einmal davon absieht, dass in dieser Saison eine Glaswand den Gang vom Garten trennt, sieht es auf den ersten Blick wirklich echt aus. Auf den zweiten Blick bemerkt man dann, dass das (neue) Gebäude vorurteilsfrei sehr verschiedene architektonische Elemente beherbergt: der Kapitelsaal kommt von ganz anderer Stelle, auch verschiedene Türbögen aus diversen Epochen (bis hin zum gotischen Flamboyant-Stil) und Kontexten (nicht alles stammt aus Klöstern) haben hier einen Platz gefunden. Brunnen, Grabsteinplatten, Wächter-Löwen und manch andere Kunstgegenstände können ebenfalls bewundert werden. In bzw. vor den Fensterbögen stehen allerlei Topfpflanzen, so auch einige Zitrusbäumchen, deren Blüten wenigstens den sonnenbeschienenen Südflügel mit köstlichem Neroliduft erfüllen. Außer diesem Kreuzgang gibt es noch drei weitere, dazu eine gotische Kapelle mit diversen Grabfiguren, mehrere Hallen mit Skulpturen, Altarbildern und verschiedenen anderen Objekten, eine Schatzkammer à la Kirchenschatz mit überwiegend christlich inspirierten Kunstwerken, zwei Säle mit Teppichen aus zwei Serien (5 von 9 Heldenteppichen, die je drei antike, jüdische und christliche "Helden" zeigen - man nehme Alexander den Großen, König David und König Artus als je ein Beispiel - und vielleicht 8 Stücke rund ums Einhorn {bei der Gelegenheit habe ich eine alternative Methode zur Wasseraufbereitung kennengelernt: man nehme ein Einhorn und bringe es einfach dazu, sein Horn in das Wasser zu halten}). Die Fenster sind fast alle aus altem Glas, viel buntes, viel Grisaille - sicher alles sehr wertvoll. Im Terrassengarten würden die Pflanzen wachsen, die auf den Einhorn-Teppichen dem horror vacui entgegenwirken - würden, wenn schon Saison wäre. So ist es leider sehr kühl und recht kahl. |
| Glanzlicht | Ja schon ... wenn man mit mittelalterlicher europäischer Kunst etwas anfangen kann. |
| Links | https://de.m.wikipedia.org/wiki/The_Cloisters http://www.metmuseum.org/visit/met-cloisters |
Samstag, 19. März 2016
Lektüre gesucht
| Was | bookculture |
| Wann | Samstag, 19. März 2016, ca. 20:45-21:15 Uhr |
| Wo | Buchladen auf der Columbus Avenue |
| Typ | Shopping |
| Kommentar | Wenn wir von den Tagesausflügen und Restaurantbesuchen zurückkommen, ist keineswegs immer schon Zeit, sich ins Bett zu legen - und ich habe auch nicht immer Gelegenheit oder Laune zu bloggen. Leichtfertigerweise bin ich aber ohne Lektüre angereist. Um diesem Missstand ein Ende zu setzen, bin ich vorhin in den sehr hell und freundlich aussehenden Buchladen "um die Ecke" gegangen, offenbar eine von drei Filialen hier. Viel besser gepflegt und mit viel mehr Liebe betrieben als der Barnes & Noble-Schandfleck. Diesen kann ich empfehlen! Und er hat auch täglich lange geöffnet, werktags bis 22 Uhr, sonntags nur bis 20 oder 21 Uhr, glaube ich. Im Sonderangebot gab es übrigens ein dickes Kochbuch "Germany", mit Kartoffeln drauf. Es war noch ein großer Stapel vorhanden, scheint nicht gerade weggegangen zu sein wie warme Semmeln, sah eher nach sauer Bier aus ... Und an der Kasse lag das Buch "Schottenfreude" aus. Da stehen viele grundsätzlich denkbare, aber nicht wirklich existente deutsche zusammengesetzte Wörter drin, mit länglichen englischen Übersetzungen - offenbar das, was sich gebildete Amerikaner und/oder Engländer als kleine Seitenlöckchen der deutschen Sprache vorstellen. Na, wem's gefällt! P.S. Ich bin übrigens auch fündig geworden. |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.bookculture.com |
OMG
Randnotiz von der St. Patrick's Day Parade ... Während wir in der Nähe der St. Patrick's Cathedral dem Zug zu- und der nächsten Gruppe entgegensahen, brüllte es unweit von uns plötzlich "Oh, my Gooooooood!" - und ich befürchtete natürlich schon das Ärgste. Welches Unglück war passiert? Gab es Verletzte? Tote?! Aber nein: "... It's <hmhmhm> High School! Yeeeeaaaah!" ging es nämlich weiter. Seither neige ich dazu, z.B. die nächste Metro-Haltestelle ebenso anzukündigen, wenn auch mit gedämpfter Lautstärke.
Und noch eine Randnotiz: Limerick ist ein guter Ort. Die haben nämlich einen Keiler im Wappen. ;-))
Unedel
| Was | Barnes & Noble Booksellers |
| Wann | Freitag, 18. März 2016, ca. 16:30 Uhr |
| Wo | Brooklyn, County Street |
| Typ | Shopping |
| Kommentar | O je - eine so berühmte, namhafte, altehrwürdige Buchhandlung und eine so ungepflegte Filiale! Der Laden auf zwei Etagen sieht wenig einladend und ziemlich altbacken aus, und die Regale zum Teil chaotisch. Im Graphic Design-Regal liegen die Bücher kreuz und quer übereinander, so dass man mit einer Hand keins zum Anschauen herausnehmen kann. Und wer nach Deutschland reisen möchte, muss sich tief bücken. Lohnt aber nicht: Außer Berlin und ganz wenig München gibt's da sowieso nichts. ;-) |
| Glanzlicht | Fast ein negatives ... |
| Links | www.barnesandnoble.com |
Freitag, 18. März 2016
Banana Split
| Was | Brooklyn Ice Cream Factory |
| Wann | Freitag, 18. März 2016, ca. 18:30-19:00 Uhr |
| Wo | Fulton Landing Pier - direkt am Fuß der Brooklyn Bridge |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Statt Abendessen, so die Idee (ich war ja immer noch recht satt von der Pizza), bestelle ich mir ein Banana Split in diesem hölzernen Gebäude mit Turm, in dem es angeblich das beste Eis weit und breit zu kaufen gibt. Für Entscheidungsschwache war das aber nichts: welche Eissorten es denn sein dürften? Ich nehme Schokolade, Vanille mit Schokostückchen und Butter-Pecan. Damit nicht genug: welche Toppings denn bitte? Geröstete Mandeln, Butterscotch und Schlagsahne ... Sollte alles gut zur Banane passen. Das Eis ist cremig und ganz lecker, Schokolade ist super, die beiden anderen Sorten für meinen Geschmack etwas zu süß. Jedenfalls ersetzt es gefühlt zwei Mahlzeiten; das reicht locker bis zum Frühstück! Und die Wartezeit bis zum Sonnenuntergang ist mit den vielen Entscheidungen auch schnell vergangen. |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.brooklynicecreamfactory.com https://www.zagat.com/r/brooklyn-ice-cream-factory-new-york |
Breukelen
| Was | Brooklyn Heights und DUMBO ("Down Under the Manhattan Bridge Overpass") |
| Wann | Freitag, 18. März 2016, ca. 11:30-18 Uhr |
| Wo | An der Nordwestspitze von Brooklyn |
| Typ | Stadtviertel |
| Kommentar | Am Morgen ist der Himmel noch strahlend blau und wolkenlos - also gehen wir lieber immer noch in kein Museum, sondern fahren nach Brooklyn. Von der gleichnamigen Brücke, die auch selbst eine Sehenswürdigkeit mit langer Geschichte ist, hat man nur bedingt ungetrübte Ausblicke auf Manhattan Downtown - überall sind Stahlseile und vernietete Streben im Blick, die matschbeige gestrichen sind. Ob es wohl zu der Farbe auch eine Geschichte gibt, so ähnlich wie die mit dem Kölner Brückengrün? Mittlerweile ist der blaue Himmel auch von vielen weißen Wölkchen sozusagen be-wölkert ... Von der Brücke herunter geht es in die Ecke zwischen den beiden großen Brückenbauwerken. Man hat dort auch wirklich das Gefühl, unter den Brücken zu sein - und es ist ziemlich laut. Der Autoverkehr mag das Seine beitragen, aber richtig furchtbar sind die Züge. Insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass da tatsächlich Leute wohnen möchten - allerdings gibt es jede Menge Läden, beginnend ab ca. 2 Quadratmeter, und wohl auch Ateliers - alles, was eine In-Location braucht. Mittags essen wir eine Pizza - ach was, nicht eine: auf der Speisekarte steht "The Pizza". Sah erschreckend riesig aus, ging dann aber doch halbwegs. Ganz lecker. Weiter am East River Richtung Süden sieht man, wo das ganze Geld hingeht: da werden die Uferstreifen aufs Feinste ausgebaut, so dass die anliegenden Immobilien, die schon jetzt einigermaßen unbezahlbar sein dürften, vermutlich noch an Wert gewinnen. Mittlerweile hat es sich zugezogen, aber in den Straßen entfalten die so typisch aussehenden Backsteingebäude auch bei trübem Wetter ihren Charme. Wir wärmen uns jetzt aber erst einmal bei einem Café Latte aus dem Schnabeltassendeckel-Pappbecher auf. |
| Glanzlicht | |
| Links |
Donnerstag, 17. März 2016
Fleischklößchen kombinatorisch
| Was | The Meatball Shop |
| Wann | Donnerstag, 17. März 2016, ca. 20-21 Uhr |
| Wo | 447 Amsterdam Avenue |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Heute lieber nur was Einfaches - man soll ja nicht jeden Tag großartig essen, sonst macht es keinen Spaß. Nach der St. Patrick's Day Parade hat sich eine gewisse Müdigkeit und Leere eingestellt; wir wollen also auch nicht mehr groß weggehen oder gar -fahren. Um die Ecke gibt es den Fleischklößchenladen: probieren wir doch mal. Das Konzept besteht darin, dass aus vergleichsweise wenigen Elementen eine schier unendliche Vielzahl von Gerichten kombiniert werden kann - es gibt 5 Sorten Klößchen, 5 Saucen, 5 oder 6 "Sättigungsbeilagen" und 5 oder 6 Salat- bzw. Gemüsebeilagen, und schon ist man bei über 100 bzw. 600 Gerichten. Die Klößchen sind gekocht und schmecken gar nicht mal so schlecht, und meine Gemüsebeilage aus Möhren, Minze, Walnüssen und Trockenpflaumen ist überraschend gut. - Das Konzept setzt sich beim Eis-Sandwich fort (wähle eine von 5 Keksvarianten und eine von 5 Sorten hausgemachten Eises) - so dass wir am Ende für relativ wenig Geld angenehm gesättigt waren. |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.themeatballshop.com https://www.zagat.com/r/the-meatball-shop-uws-new-york |
Alles grün, oder was?!
| Was | St. Patrick's Day Parade |
| Wann | Donnerstag, 17. März 2016, ca. 11-17 Uhr |
| Wo | 5th Avenue, von der 79. Straße bis zur St. Patrick's Cathedral |
| Typ | Event |
| Kommentar | Der 17. März ist der Tag des Heiligen St. Patrick, Patron der Iren - und die New Yorker Parade zu seinen Ehren dürfte eine der bekanntesten sein, jedenfalls außerhalb Irlands. Am Morgen ist das Wetter strahlend, und wir gehen einfach nur quer durch den Central Park und sind schon an der Stelle, an der die Parade endet. Bald kommen die ersten Gruppen an - alles ist überraschend militärisch. Ich hatte es mir im übertragenen Sinn "bunter" vorgestellt, aber Polizei, Militär (alle Truppenteile) und die verschiedensten "marching bands" sind alle mit großem Ernst bei der Sache. Und eine solche Häufung von Sackpfeifen habe ich mein Lebtag nicht gesehen - ob noch irgendwo sonst welche waren?? Ich dachte vorher auch immer, dass nur die Schotten die berühmten Röcke tragen, aber offenbar gehört der Rock mehr zum Dudelsack als zu irgendeiner Nationalität. Im Zug sind auch mindestens zwei Miss New York, und eine weitere Schönheitskönigin wird in so einer Art Golf-Buggy gefahren und muss gerade mit Hilfe ihres Smartphones das Krönchen richten ... dabei schien sie nicht hingefallen zu sein und machte auch keine Anstalten, danach wieder zu Fuß weiter zu gehen. Auch bemerkenswert: die verschiedenen Gruppen von fahnenschwingenden oder Glitzerpuschel schüttelnden Mädels ... Aijaijai, da waren doch einige zum Fremdschämen dabei, bei denen Leibesfülle und spack sitzender Glitzerdress keine attraktive Kombination ergaben. Im Publikum hatte Irisch-Grün eine leichte Dominanz, und an diversen Verkaufsständen konnte man allerlei entsprechende Accessoires erwerben - auf einer Skala von halbwegs ordentlich bis albern-geschmacklos. In Downtown nahmen vor der St. Patrick's Cathedral geistliche Eminenzen mit purpurnen Kappen und Stolen die Parade ab, für die man unter einem Baldachin stilgerecht nicht etwa einen roten, sondern einen grünen Teppich ausgerollt hat. Im Innern der sehr lichten, neugotischen Kathedrale hat mich am meisten das digitale Gästebuch mit integriertem Kreditkartenlesegerät für spontane Spenden beeindruckt - zu dumm nur, dass es gar nichts tat, außer einen Netzwerkfehler anzuzeigen. Übrigens habe ich für alle Personen und Anliegen, die darauf Wert legen mögen, für zwei Dollar eine Kerze angezündet. Es möge nützen!! |
| Glanzlicht | |
| Links | https://www.nycstpatricksparade.org/ |
Viel besser als gegrilltes Wasser
| Was | Aquagrill |
| Wann | Mittwoch, 16. März 2016, ca. 20-22 Uhr |
| Wo | SoHo, 210 Spring Street |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Nach einem so großartigen Besuch auf dem One World Trade Center Observation Deck braucht es auch einen angemessenen Abschluss für diesen Tag. Gar nicht so weit weg (2 Metrostationen) liegt das gelobte und persönlich empfohlene "Aquagrill" - das klingt ein bisschen wie eine Imbissbude, ist aber sehr viel besser. Ein recht schickes Restaurant, das sich auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisiert hat. Die schicke Klientel vom Nachbartisch (man feiert seinen Geburtstag, wie sich später herausstellt, und hat sicher noch eine lange Nacht vor sich) interviewt mich zu meinen Reisetipps für Deutschland ("it depends" ...), und der witzige blonde Kellner ("my reputation is not so good, but the restaurant's definitely is" ist sein Kommentar, nachdem er erfragt hat, wie wir von diesem Restaurant erfahren haben) berichtet von seinen niederländischen Vorfahren. Aber das ist alles zweitrangig - erstklassig sind vor allem die Austern, aber auch der Rest der Speisekarte. Es gibt 26 Sorten Austern, so dass selbst der Probierteller (1 von jeder Sorte für 82.50$) zu viel für uns ist. Schade eigentlich, aber dann auch wieder nicht, denn wir probieren immerhin 6 aus, 3 vom Pazifik und 3 vom Atlantik. Hmmm! Mir gefallen die runden flachen am besten, deren Vorfahren mal aus Frankreich gekommen sein sollen. Ich habe als Hauptgang Kabeljau mit Trüffeln und anderen Pilzen - köstlich! |
| Glanzlicht | Ja |
| Links | http://www.aquagrill.com https://www.zagat.com/r/aquagrill-new-york |
Mittwoch, 16. März 2016
Dim Sum gegen den ersten Hunger in New York
| Was | Redfarm |
| Wann | Dienstag, 15. März 2016, ca. 19-20:30 Uhr |
| Wo | Broadway, Höhe 77th Street |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Draußen stand, dass es hier 1A Dim Sum gäbe. Als wir zuerst vorbei kamen, war es aber noch zu früh - und Reservierungen nähmen sie nicht an, man könne sich aber auf eine Warteliste schreiben lassen. Tatsächlich mussten wir dann aber später gar nicht warten und haben uns an 5 leckeren asiatischen Vorspeisen sattgegessen. Dazu gab es "homemade ginger ale" - super lecker! - und zum Nachtisch Ingwer-Panna Cotta. Es war ziemlich laut und voll (in China hätte das renao geheißen), aber die Platzanweiserin meinte beim Gehen, es sei heute ja nun nicht so voll und ziemlich ruhig. Ja dann! |
| Glanzlicht | Nicht wirklich - aber empfehlenswert! |
| Links | www.redfarmnyc.com https://www.zagat.com/r/redfarm-new-york1 |
New York von oben
| Was | One World Observatory |
| Wann | Mittwoch, 16. März 2015, ca. 15-19:30 Uhr |
| Wo | 100. Stock des neuen One World Trade Centers |
| Typ | Sehenswürdigkeit |
| Kommentar | Kein ganz billiges Vergnügen - aber der Ausblick ist absolut großartig und seine 32$ wert - so jedenfalls meine Bewertung. Mit dem Aufzug geht es in 60 Sekunden vom Kellerniveau in die Höhe; auf den Aufzugwänden sieht man zeitgerafft das Werden von New York, beginnend mit dem Moment, in dem man selbst gleichsam als "thing of the swamp" aus feuchten Gefilden auftaucht, bis heute. Entsprechend schnell wächst dann die Bebauung zunächst in die Breite, dann in die Höhe. Empfangen wird man auf Level 102 mit einer kurzen Filmcollage - Botschaft selbstverständlich "New York ist die großartigste Stadt der Welt" -, an deren Ende sich die Leinwand hebt und den ersten Ausblick auf die Stadt freigibt. Wow! Danach geht's wieder zwei Etagen nach unten, und man kann in aller Ruhe herumgehen und die Ausblicke in alle Himmelsrichtungen genüsslich auskosten. In den gut vier Stunden da oben hatten wir alles: Sonne, Regen, Gewitter am Horizont, Dunst, in dem man die Skyline nur ganz "vernebelt" wahrnehmen konnte, blaue Stunde - und dann zum Ende die bunten, funkelnden Lichter der Stadt, die um diese Zeit natürlich keinesfalls, aber auch sonst nie schläft. Sowas Tolles!!! |
| Glanzlicht | Ja |
| Links | www.oneworldobservatory.com |
Battery Park
| Was | Battery Park |
| Wann | Mittwoch, 16. März 2016, ca. 11-13 Uhr |
| Wo | Südspitze von Manhattan |
| Typ | Sehenswürdigkeit |
| Kommentar | Zahlreiche sehr putzige graue Eichhörnchen suchen in den sanft wärmenden Strahlen der Frühlingssonne nach ihren Vorräten, während eine wandelnde Freiheitsstatue mit Sonnenbrille und Klappleiter unter dem langen Gewand auf Touristen wartet, die sich mit ihr fotografieren lassen oder einen Strahlenkranz aus grünem Schaumstoff kaufen wollen. Unter 530 Bäumen blühen die ersten Blumen und Sträucher zwischen diversen Gedenkstätten, die an allerlei dunkle Stunden der Menschheitsgeschichte erinnern (The Immigrants, The Sphere, The Universal Soldier, US Navy, ...) |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.thebattery.org |
Dienstag, 15. März 2016
Niemand bleibt so lange ...!
Nach störungsfreiem Flug sind wir pünktlich in New York gelandet, vielleicht sogar ein bisschen überpünktlich (also noch vor 13:50 h). Um 14:37 h lagen alle Ankunftsschlangen hinter uns (Aussteigen, Immigration, Gepäckband, Taxi), und wir saßen in unserem ersten echten Yellow Cab Richtung Manhattan. Das Wetter ist kühl und trocken, aber relativ grau und eher etwas trübe. Gut, dass ich schon an Shanghai-Wetter gewöhnt bin, sonst hätte ich es hier vielleicht etwas frustrierend gefunden. Mittlerweile ist es viertel vor fünf, wir haben unsere Suite in Beschlag genommen und - ganz ungewöhnlich - alle Sachen restlos ausgepackt. Außer bei Städtereisen lebe ich im Urlaub ja sonst immer aus dem Koffer ...
Und ja, es ist eine Suite: ein Wohnraum, ein Schlafzimmer mit zwei King Size-Betten (Aaah!) zum Hof hin (sollte also ruhig sein) und ein kleines Badezimmer. Alles ist ein bisschen in die Jahre gekommen, aber ordentlich und sauber. - Alle drei vom Hotelpersonal, mit denen wir sprachen, waren einhellig der Meinung "Wow! 17 days! No one stays so long!". Die Damen von der Rezeption haben uns dafür das schönste Zimmer im 12. Stock mit einem Blick auf ein Stück Skyline und vor allem auf das American Museum of Natural History, genauer: auf das Rose Center for Earth and Space mit der Kugel des Hayden-Planetariums gegeben. Der Hotelpage (Sagt man das heute noch so? Wie heißt denn der Job mittlerweile?) fing dann auch bei der Nennung der Zimmernummer mit einem anderen Wow! an - dieses tolle Zimmer hätten sie uns gegeben? Ich sagte darauf, dass wir ja auch recht lange blieben, und er meinte, dass die meisten nur 3 oder 4 Nächte bleiben oder, wenn es ganz hoch kommt, mal 7 Nächte. Aber es ist eigentlich auch ganz egal, ob das nun das schönste Zimmer ist - wenn alle so darüber reden, gibt es einem ein gutes Gefühl. Und das ist das Schönste!
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