| Was | Chinatown und Little Italy |
| Wann | Dienstag, 22. März 2016, ca. 11:30-20 Uhr |
| Wo | Rund um Spring, Mulberry und Mott Street und bis zur Manhattan Bridge |
| Typ | Stadtviertel |
| Kommentar | Heute machen wir eine kleine Weltreise, denn das Wetter sieht immer noch blau und sonnig aus. Wir steigen an der Canal Street aus der U-Bahn, und schon heißt der nächste McDonald's nicht mehr so, sondern (Achtung, phonetische 'Übersetzung') MaiDangLao. Die Straßen haben plötzlich zweisprachige Straßenschilder (einige jedenfalls), und auch sonst gibt es überall chinesische Zeichen. Zwei Ecken weiter liegt ein kleiner "Park", der ganz typisch chinesisch benutzt wird: Es ist laut und voll, zwei ältere Herrschaften musizieren mit original chinesischen Instrumenten, an den steinernen Tischen wird gespielt (Karten oder so etwas ähnliches wie Dame) und gegessen. Auf dem Schulsportsplatz gleich nebenan machen relativ kleine, chinesisch aussehende Kinder Leibesübungen, und gegenüber schicken sich zwei Trauerzüge an, die jeweils Verstorbenen auf ihrer letzten Reise zu begleiten. Auf der großen Chatham-Kreuzung liegt der (nicht grüne) Kim-Lau-Park, in dem der Amerikaner chinesischer Abstammung gedacht wird, die für ihre neue Heimat in den Krieg gezogen und gestorben sind. In den Straßen, zwischen zahlreichen Geschäften und Restaurants, liegen auch verschiedene Gotteshäuser und Tempel, so dass für viele Gläubige etwas dabei sein dürfte. Die Kirchen kann man ja wenigstens noch als solche erkennen - einen kleinen buddhistischen Tempel haben wir erst auf den zweiten Blick überhaupt wahrgenommen, da er sich fast gar nicht von normalen Geschäften unterscheidet. Mittags essen wir ein paar Dim Sum im New Mandarin Court (61 Mott St) - es ist sehr chinesisch, schmeckt gut und kostet ganz wenig. Der weitere Gang führt uns zum Mahayana Buddhist Temple direkt an der Auffahrt zur Manhattan Bridge - das ist wenigstens ein ordentlich großes Gebäude! Ich habe in diesem und in dem kleinen zuvor für jeweils 1 Dollar Spende eine aktuelle Glücks- und Erfolgsvorhersage gezogen, aber nachdem es auch beim zweiten Mal bei "Probability of Success: Moderate" (Erfolgswahrscheinlichkeit: Mäßig) blieb, habe ich auf weitere Versuche lieber verzichtet. Ich habe Urlaub, da brauche ich auch gerade keinen Erfolg. ;-))) Bald gerät man unversehens in das, was früher mal Little Italy war und diese Tatsache jetzt noch fleißig und mit offenbar gar nicht so schlechtem Erfolg zu Geld zu machen versucht. Es ist schon früher Nachmittag, so dass wir für ein Dessert im Caffè Palermo einkehren und dort Cannoli probieren - was sonst? Laut Selbstauskunft gibt es genau hier die besten der Welt. Falls wider Erwarten irgendjemand noch nicht wissen sollte, was das ist: Es handelt sich um eine Art dicker Eiserkuchen mit nennenswertem Zimtanteil im Teig, die mit einer ziemlich heftigen Ricotta-basierten Creme mit Schokostückchen gefüllt werden. Wer vorher noch leichten Hunger verspürt haben sollte, dürfte jedenfalls kuriert sein. Insgesamt gibt es viel mehr Chinesisches als Italienisches - Chinesisch wird auch gesprochen, Italienisch habe ich praktisch nicht gehört. Natürlich dürfen auch die Ginseng und TCM-Läden nicht fehlen. Die großen Gläser mit 20 Varietäten von getrockneten Seegurken sind für mich immer ein Glanzlicht. Ich halte mich ja schon für relativ offen, was exotische Lebensmittel betrifft, aber Seegurken ... die sehen einfach nicht gut aus, weder frisch noch getrocknet. An vielen Häusern gibt es (offenbar professionelle) Graffiti, und in den nördlicheren Gefilden liegen schon die schicken Ausläufer der Gegend, die den wenig originellen Namen NoLIta (= North of Little Italy) trägt. Coole Boutiquen aller Arten füllen die Straßenzüge. Eine ganze Weile später kommen wir sogar an einem Bleistiftladen vorbei (ich gehe auch hinein), der wirklich außer Bleistiften nur noch Radiergummi, Anspitzer und sehr ausgewählte Notizblöcke sowie einige Buntstifte anbietet - in einem Preisspektrum von wenigen Cent bis hin zu Caran d'Ache. Bald ist es dann auch schon Zeit zum Abendessen, und wenn es mittags Dim Sum gab, ist dann jetzt wohl Italienisches angesagt. Bei Lombardi's in der Spring Street (zwischen Mott und Mulberry Street) gibt es, ebenfalls nach eigener Auskunft, die beste Pizza von New York, Amerika und der Welt, und das schon seit 1905 und schon immer aus dem Kohleofen. Der Anspruch ist auch in der Domain http://www.firstpizza.com dokumentiert ... Na, schlecht war die Pizza nicht, aber von der weltbesten hätte ich mehr erwartet. Und dann gab es nicht mal einen Espresso zum Abschluss! :-/ Originell ist dann noch der Milchreisladen Rice to riches schräg gegenüber - alles im Reiskorndesign und voll mit esslustigen Sprüchen. Skinny bitches out!! |
| Glanzlicht | |
| Links | https://de.m.wikipedia.org/wiki/Chinatown_(New_York_City) http://www.explorechinatown.com https://de.m.wikipedia.org/wiki/Little_Italy_(New_York_City) https://www.zagat.com/r/lombardis-pizza-new-york |
Dienstag, 22. März 2016
Und wo, bitte, gibt es das beste Essen unserer Galaxie?
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Senf dazugeben? Bitte sehr!