| Was | La Mirabelle |
| Wann | Ostersonntag, 27. März 2016, ca. 19:30-21:30 Uhr |
| Wo | 102 West 86ste Straße |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Ein feines französisches Osteressen gab es in der Mirabelle, gar nicht weit von unserem Hotel (5 Blocks nach Norden, und dann gleich auf der anderen Seite der Columbus Avenue). Ich hatte saftige Kroketten aus Krebsfleisch ("crab cakes" - das Gegenteil von dem, was bei Chinesen unter "now you can not only eat, but also enjoy" läuft {das heißt: das kannst du nicht nur essen, sondern auch genießen - und das bedeutet: da sind Knochen oder Schalen oder irgendwas Fummeliges dabei, so dass man nicht einfach hineinbeißen und kauen und schlucken kann}). Ich konnte sie nur essen und dabei total unchinesisch total genießen! Als Hauptgang hatte ich Kabeljau in Champagnersauce bestellt, auch sehr lecker - und ein bisschen leicht. So dass ich glaubte, das Maronendessert (seeehr französisch!) bestellen zu können. Aber das war dann so mächtig, dass ich es wirklich nicht aufessen könnte. Hmmm! Mein "Mitesser" hatte hingegen schon mit dem "Entlein" aus dem Hauptgang schwer gekämpft, Brust und Keule, sehr lecker, mit Mirabellensauce, bestimmt eine Spezialität des Hauses - unbedingt zu empfehlen, vor allem, wenn man recht hungrig ist! Wie man hört, wird hier gelegentlich auch live Edith Piaf ge-covered (s. auch das Video in der Galerie auf der Website des Restaurants) - das Vergnügen hatten wir leider nicht. |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.lamirabellenyc.com |
Ein großer Apfel geht ja immer
Sonntag, 3. April 2016
Franzose mit familiärer Atmosphäre
Bio-grün-bunt-direkt-vegan-echt
| Was | Union Square Greenmarket |
| Wann | Freitag, 1. April 2016, ca. 11:30-12 Uhr |
| Wo | Wie der Name schon sagt: auf dem Union Square |
| Typ | Event? Oder Sehenswürdigkeit? |
| Kommentar | Amerikanisches Essen ist ja, laut deutschem Weltbild, üblicherweise "Beinahe-Essen" (= Fast Food, wenn man das a kurz ausspricht). Meine diversen Restaurant-Berichte haben sicher schon deutlich gemacht, dass das keinesfalls das ganze Bild ist, und gerade in New York City gibt es viele Bestrebungen, das Essen direkter, fairer, gesünder, leckerer, kurz besser und aus qualitativ hochwertigen Zutaten zu machen (und seien es die klassischen Fast Food-Gerichte ...!). Dementsprechend gibt es Geschäfte und Märkte, die für das (dann auch entsprechend betuchte) Publikum feine Sachen bereithalten. Wir hatten schon Bekanntschaft mit dem kleinen Sonntagsmarket auf der Columbus Avenue (auf Höhe des American Museum of Natural History) gemacht, den ich gerade auch auf der Website der GrowNYC-Organisation gefunden habe - aber alle Reiseführer behaupten ja, der Markt auf dem Union Square sei der beste. An unserem letzten Tag wollten wir uns davon also noch rasch selbst überzeugen. Ich muss sagen, dass ich enttäuscht war. Das leicht regnerische Wetter mag dazu beigetragen haben ... Jedenfalls waren nicht sehr viele Stände da, die standen etwas locker auf der Fläche verteilt, Kunden gab es auch nicht sehr zahlreich: das machte alles einen etwas verlorenen Eindruck. Und während ich schreibe, fällt mir auf, was mir am meisten gefehlt hat: die ausladenden, farbenfrohen Obst- und Gemüsestände, die oft einen Großteil zum Charme eines Marktes beitragen. Statt dessen gab es gutes Fleisch, auch "Grünzeug", Honig-, Meerrettich-, Ahornsirup-Stände, auch Käse und Brot und Eier und manches andere. Für den Union Square gibt es sogar extra eine eigene Smartphone-App, damit man immer genau auf dem Laufenden ist! Apropos gutes Fleisch: Da war aber doch eine Sache, die ich für einen ganz und gar unglaubwürdigen Werbespruch halte. "Sun-fed pork", also "sonnengefüttertes Schweinefleisch" bzw. Fleisch von sonnengefütterten Schweinen. Ich bin sehr dafür, dass Schweine artgerecht gehalten werden, an freier Luft und mit genügend Wühl- und Suhlmöglichkeiten. Aber auch mit genügend Futter, denn von Sonnenlicht wird doch kein Schwein satt, nicht einmal, wenn man zur sonnendurchfluteten Luft noch reichlich Liebe hinzufügt! ;-)) |
| Glanzlicht | |
| Links | http://www.grownyc.org/greenmarket/ourmarkets |
Huh - gefährlich???!?!?
| Was | Ein kleiner Gang durch einige Ecken der Bronx |
| Wann | Donnerstag, 31. März 2016, ca. 15-17 Uhr |
| Wo | i.W. in Tremont, zwischen Tremont Square, East Fordham Road, und Arthur Avenue |
| Typ | Stadtviertel |
| Kommentar | Leider funktioniert der vorgeschlagene Spaziergang nicht - hrmpf! -, weil man aus dem Zoo, Fordham Road Gate, nicht wie beschrieben in den nördlicheren Teil des großen grünen Bronx Park kommt, in dem sich auch der botanische Garten befindet. Wir gehen also relativ lange an großen Straßen entlang (außer uns verirrt sich natürlich kein Fußgänger hierher), finden dann auch einen Eingang in den botanischen Garten, aber vielleicht ist es auch doch schon zu spät ... also gehen wir noch ein Stückchen an doofen Straßen und finden schließlich die Arthur Avenue. Hier in Tremont an dieser Straße und an den Parallelstraßen hängen schon überall große Schilder "Welcome to Little Italy Bronx", und hier ist es vermutlich deutlich italienischer als in Little Italy Manhattan. Wir kehren erst einmal in einem "Hero Shop" ein, allerdings gibt's da keine Helden zu kaufen, sondern italienisches Essen, die volle Palette. Eggplant Parmigiano, täglich selbst gemachten Mozzarella, Pizza aus dem Ziegelofen, zubereitete Feinkost, Eis - und es muss wohl ein ganz besonderer Laden sein: Für den ge-eisten Cappuccino setze ich mich an ein Tischchen und sehe dann, dass ich vor der Prominenten-Wand sitze: Fotos mit Widmungen diverser Berühmtheiten. Gleich über mir in der untersten Reihe von links nach rechts der letzte Präsident der USA (George W. Bush), der aktuelle (Barack Obama) und der hoffentlich nicht nächste (Donald Trump), alle mit den besten Wünschen für Tino. - Ansonsten gibt es in der Straße viele italienische Restaurants, Lebensmittelgeschäfte, Kramläden (die z.B. superhässliche Pizzateller und Heiligenbilder verkaufen), Bäckereien (hm! das Brot sieht superlecker aus), und am Anfang auch kleine Häuser mit Veranda. Auf einer sitzt sogar ein älterer Herr, der das Treiben auf der Straße betrachtet, gerade so, wie das Klischee vom amerikanischen Rentner in der amerikanischen Kleinstadt suggeriert. Ich frage mich die ganze Zeit, ob gleich heißblütige italienische Cowboys eine Schießerei anfangen oder ein Pate in der gepanzerten Limousine vorfährt - aber alles bleibt ruhig. ;-) Dann müssen wir nur noch die Metro wiederfinden und gehen dazu ein bisschen durch die "ganz normalen" Straßen der Bronx. Da unsere Stadtpläne hierzu nicht viel hergeben, sind wir sehr darauf bedacht, uns an den bekannten Punkten zu orientieren. Aber auch so kann man schon ein paar Unterschiede zu Manhattan ausmachen. Es gibt diese (also nur vermeintlich "chinesischen") Elektroverteilungen: wildes Kabelgewirr von einem Leitungsmast an diverse umliegende Gebäude. Es ist ein bisschen unaufgeräumter als in den meisten Straßen von Manhattan ... aber nicht so furchtbar, wie man vielleicht hätte denken können. Dafür sind viele Häuser schon auch sehr "befestigt", mit vergitterten Fenstern in den unteren Etagen und abschließbaren Türen und Toren auch am unteren Ende der Eingangstreppen. Richtig hohe Häuser sind jedenfalls in dieser Ecke der Bronx nicht zu sein, bei maximal 5-6 Stockwerken ist Ende. Es gibt viele Kirchen, alles christliche Varianten, viele aus dem spanischsprachigen Umfeld. Manche sehen schon ziemlich heruntergekommen aus ... wie auch die Stahl- und Eisenkonstruktion, auf der "unsere" Station (West Farms Square/East Tremont Avenue) der hier oberirdisch verkehrenden Metro (Linien 2 und 5) ruht. Könnte mal einen Anstrich vertragen. An dem ganzen Gewusel hängt auch ein entsprechendes Baustellenauftragsschild, auf dem von einem Anstrich die Rede ist - aber es sieht so aus, als würde es schon jahrelang da hängen. Ob sich also kurzfristig etwas ändern wird, ist fraglich. Übrigens vermute ich, dass die Metrostationen in der Bronx, die eigentlich nicht besonders repräsentativ aussehen, da es recht behelfsmäßig wirkende Konstruktionen aus Metallträgern, Holz und Blech sind, mit Vorbedacht und großem Stolz mit bunten Glasmosaikfenstern ausgestattet wurden. Mir schienen die im Sonnenschein farbenfroh leuchtenden Fenster zu sagen "schau mal, solche zerbrechlichen Kunstwerke haben wir hier - alles gut, du kannst dich auch sicher fühlen". - Und wenn man mehr Zeit hat und in Manhattan "alles" gesehen, kann man bestimmt in der Bronx viel Interessantes entdecken, siehe zum Beispiel unter dem zweiten Link. |
| Glanzlicht | |
| Links | https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bronx http://www.ilovethebronx.com |
Donnerstag, 31. März 2016
Und die Hygiene?
In allen Waschräumen/Toiletten (in Restaurants etc.) hängt hier ein Schild mit der Aufschrift "Employees must wash hands" (Beschäftigte müssen ihre Hände waschen), manchmal ergänzt um "by law" oder "before returning to work". Hoffentlich werde ich hier nie vom Chef persönlich bedient! ;-)))
Die (im Zweifelsfall dann doch nicht soooo) Vereinten Nationen (aber immerhin)
| Was | United Nations Headquarter |
| Wann | Dienstag, 29. März 2016, ca. 11:30-15 Uhr |
| Wo | Am East River, zwischen der 42sten und 48sten Straße |
| Typ | Sehenswürdigkeit |
| Kommentar | Wir begeben uns auf gut Glück zum Hauptsitz der Vereinten Nationen - auf der Website sind alle Führungen so gut wie ausgebucht, und die, die noch nicht ausgebucht sind, haben immer nur noch einen Platz frei. Ich kann mir aber eigentlich nicht denken, dass sie jemanden abweisen würden: die Vereinten Nationen haben doch ein Anliegen, das sie so vielen wie möglich nahebringen müssen, denn letztlich lebt die Idee vom guten Willen aller. Wie sprach Dag Hammarskjöld? "Alles wird gut sein, wenn die Menschen sich die Vereinten Nationen nicht mehr als ein komisches abstraktes Bild von Picasso vorstellen, sondern sie als eine Zeichnung begreifen, die sie selbst gemacht haben" (freie Übersetzung von mir). Wie immer muss man erstmal durch verschiedene Schlangen: die Schlange draußen vor dem Besucher Check-in auf der gegenüberliegenden Straßenseite (zum Glück in der Sonne bei knatschblauem Himmel, auch wenn die Luft nicht sehr warm ist), dann im Besucher Check-in, dann beim Sicherheitscheck - aber danach kann man sich überraschend frei bewegen: auf dem Vorplatz mit freiem Blick über den East River, aber auch im Konferenzzentrum. Das Hochhaus, in dem der Generalsekretär sitzt (wenn er denn mal da ist - gestern war er in Tunesien) und vermutlich noch viele hundert andere, ist nicht zugänglich. Ich erkundige mich erst einmal nach einer Führung: die nächste ist um halb zwei, da haben wir haben wir anderthalb Stunden Zeit, uns umzusehen und die säglichen bis unsäglichen Geschenke der verschiedenen Länder zu betrachten, und die Architektur, und die Teppiche mit den Bildnissen der bisherigen Generalsekretäre (jeweils Geschenke des Iran), und die Ausstellung über verschiedene UN-Projekte in der Welt ... Die Führung macht "a person surnamed Zhang", offenbar eine junge Chinesin, die im blauen Hosenanzug mit UN-Logo, hellblauer Bluse und mit UNICEF-Anstecker das tägliche Guide-Briefing professionell aufgenommen hat und uns jede Menge Zahlen und Fakten präsentiert. Wir besuchen die verschiedenen Sitzungssäle (Geschenke von Norwegen {Sicherheitsrat}, Schweden und Dänemark), sprechen über die Menschenrechte, die Millenium-Ziele und die Erfolge bei der Erreichung (gar nicht schlecht, bei dem ganzen Elend in der Welt kann das leicht in Vergessenheit geraten, dabei sind die Zahlen beeindruckend!), die (neuen) Sustainable Development Goals, die es seit 2015 gibt und die die Millenium-Ziele fortschreiben und erweitern, dann auch über die friedenssichernden Aktivitäten und die globale Entwaffnung (noch auf keinem guten Stand, leider: "the world is over-armed and peace is underfunded", sprach Ban Ki-Mun). Es gibt sehr ausgewählte Ausstellungsstücke zum Thema Landminen und Zerstörung durch Kernwaffen. Zum Schluss können wir noch den großen Saal für die UN-Vollversammlung betreten, dürfen aber nicht zu lange bleiben, weil gerade da ganz hinten unten (aus unserer Sicht von der Besuchergalerie - es ist natürlich ganz vorne) Delegierte den Saal betreten. Bei aller möglichen Kritik daran, wie bürokratisch und zahnlos die UN-Organisation sein mag - mir scheint es als das Beste, was wir machen können. Ich sehe jedenfalls keine Alternative. |
| Glanzlicht | Ja |
| Links | http://visit.un.org |
Auf der dunklen Seite der (Küchen-)Macht
| Was | Perry St |
| Wann | Dienstag, 29. März 2016, ca. 19:30-22 Uhr |
| Wo | 176 Perry Street, West Village |
| Typ | Restaurant |
| Kommentar | Jean-Georges Vongerichten hat ein ganzes Restaurant-Imperium - ich erinnere mich an Three on the Bund in Shanghai. In Perry Street kocht sein Sohn Cedric, aber es ist genau so finster. Das Essen war schon sehr gut, aber es ist und bleibt einfach zu dunkel, so war es in Shanghai auch schon. Ich habe mir die einzelnen Gänge aus dem "Taste of Perry Street"-Menü jeweils erst einmal mit der Smartphone-Lampe angesehen. Sowas Blödes! Da gibt sich die Küche große Mühe, etwas sehr Leckeres auch sehr ansehnlich anzurichten, und da muss man froh sein, dass genügend Restlicht vorhanden ist, damit man mit der Gabel nicht auf dem Teller herumstochern muss: wo das Essen liegt, kann man schon noch erkennen. Es gab Thunfischtartar, Spargel, Hummer, Ente und ein Schokoladendessert (auch sehr üppig, ouf!) mit kristallisierten Veilchenblüten. Die allein kosten jedenfalls in Frankreich schon ein halbes Vermögen (man weiß zwar nicht warum, aber so ist es). Seeehr lecker, also fürs Essen auf jeden Fall hingehen! |
| Glanzlicht | Ja, aber ein sehr dunkles |
| Links | https://www.zagat.com/r/perry-st-new-york http://www.perrystrestaurant.com |
Dienstag, 29. März 2016
Erdbeerfelder
| Was | Strawberry Fields |
| Wann | Dienstag, 29. März 2016, ca. 17:30-17:45 Uhr |
| Wo | Im Central Park, an der Westseite, auf Höhe der 72sten Straße |
| Typ | Sehenswürdigkeit |
| Kommentar | Zum Andenken an John Lennon, der einem Attentat zum Opfer fiel, gestaltete Yoko Ono im Central Park einen Bereich, dessen inhaltlichen Mittelpunkt ein rundes, schwarz-weißes Mosaik nach griechisch-römischem Vorbild bildet. Es wurde von der Stadt Neapel gestiftet, und in der Mitte steht Imagine - welches bei allen möglichen Bedenken, die man dazu haben kann, doch sicher als ein Friedenslied betrachtet werden kann. Insofern ist das ein wunderbar passender Abschluss für den Tag heute. Natürlich herrscht großer Andrang vor Ort; das besagte Mosaik befindet sich klugerweise an einer relativ großen Fläche, von der drei Wege abgehen und die von reichlich Parkbänken umstanden ist. Auf dem Mosaik liegen bunte Blüten, so dass die ungezählten Selfies mit dem in eine bessere Welt einladenden Titel gleich etwas farbenfroh aussehen. Sehr praktisch! Zwar ist es eigentlich zu kalt, um dort zu sitzen, aber ein Aficionado, der für einen Alt-68er allerdings zu jung war, lässt sich nicht davon abhalten, an diesem Ort eine Auswahl der schönsten Lennon-Songs zum Besten zu geben. Unplugged (was heutzutage auch für Musiker in Parks keineswegs mehr selbstverständlich ist), Gesang mit Gitarre. Und handgemaltem Imagine-Plakat mit Friedenszeichen und der Bitte um Finanzierung ... ;-)). Es sei ihm gegönnt! |
| Glanzlicht | Ja |
| Links | https://de.m.wikipedia.org/wiki/Strawberry_Fields http://www.centralparknyc.org/things-to-see-and-do/attractions/strawberry-fields.html http://youtu.be/wrd6IzNdBAU |
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